EBRO 2012 Lake Caspe

  • Servas liebe Foristis,


    hier mein Bericht zum Kurzausflug zum Ebro in Alex Knittel´s Angelcamp am oberen Stausee (Lake Caspe)


    Mittwoch in der früh ging es los mit mit dem Flieger von München nach Barcelona . An Bord waren mein Spezl Christoph (Anulu), sein Bruder Maxi und sein Vater Hermann, enthusiastischer Renkenfischer vom Schliersee . Wir hatten ein Rutenrohr dabei, welches 50.- pro Strecke kostet, alles lief glatt und reibungslos. Im Flieger hatte ich leider keinen Fensterplatz, aber die Aussicht über die Alpen war gigantisch-erst die österreichischen Skigebiete, dann die sagenhaften Dolomiten, ich konnte sogar Levico-Partnerstadt von Hausham- und den Kaiserjägerweg, den ich mich beim letzten Alpencross hochgequält habe, erkennen, Gardasee, weiter die Po-Ebene (einige Waller waren deutlich zu sehen und schließlich dann der Appenin und in der Ferne Korsika-GIGANTISCH. In Barcelona angekommen lief die Übernahme vom vorher gebuchten Mietwagen reibungslos und nach 2,5 stündiger Fahrt waren wir im Zielgebiet. Landschaftlich denkt man, daß jeden Moment Winnetou über die Kuppe geritten kommt-schee.


    Beim Alex angekommen war es zapfig kalt, der Empfang aber warm und herzlich, und die im Vorfeld schon vernommenen Bedenken über die Fangaussichten schienen sich zu bestätigen. Durch die europaweite Kältewelle hat das Wasser im Stausee nur 5 Grad und die Zander noch keine Lust, zu beißen.


    Mit leckerer Paella und einigen San Miguel wurde der Abend eingeläutet und dann noch einem kleinen Münchner Fußballverein zugeschaut, wie
    er sich gegen die Fußballweltmacht Schweiz abmühte.


    Morgens hatten wir ein Guiding vereinbart, Hermann und Maxi fuhren mit Alex, dem Chef im 3 sitzigen Bass-Tracker, Christoph und ich zogen mit Harry aus München in die entgegengesetzte Richtung los.


    Es war schnell klar geworden, daß unser Material viel zu grob war, wir hatten alle beim Einpacken den Satz aus irgendeiner Quelle aus dem Internet im Kopf“Es kann jederzeit ein Waller einsteigen“.
    Kann natürlich sein, aber mit unserem Zeug läßt sich ein Gummifisch einfach nicht effizient präsentieren. Gott sei Dank bekamen wir von Alex und Harry schön feinfühlige Ruten zur Verfügung gestellt.


    Wir steuerten Scharkanten in der Tiefe von 6-8 Meter an bzw. befischbare Scharkanten, wo der Tiefenabfall nich so drastisch war (teilweise geht es von 0- 25 Meter innerhalb von 10 Meter, da lässt sich kein Gummifisch mehr auf den Boden klopfen). Zunächst mal produzierten wir nur Hänger, was bei der felsigen Bodenstruktur aber kein Wunder war. Harry nahm sich sehr viel Zeit, um uns Gufi-Neulingen die Faulenzertaktik näherzubringen, erklärte alles sehr verständlich-super! Kurz vor mittag konnte Christoph seinen ersten Zander auf ca. 8 Meter fangen-es geht also doch bisserl was.


    Als wir in Harrys Lieblingsbucht steuerten, hatte auch ich einen Biß- alle Überlegungen aus dem Vorfeld-wann wie wo anhaun waren hinfällig-der war eindeutig! Nach kurzem Drill hatten wir den Burschen im

    Kurz darauf direkt nach der Bucht hatte Christoph einen Hänger und Harry steuerte das Boot mit dem E-Motor, um ihn zu lösen. Ich zupfte meinen silber-glitterigen Gummifisch vertikal an der Stelle, als ich einen guten Biß hatte, anschlug und gleich merkte, daß ein etwas anderes Kaliber am Haken war. Mit dem hervorragenden Leihmaterial konnte
    ich den Fisch sicher führen und konnte auch die vielzitierten Kopfschläge ausmachen. Trotzdem war der Bursche kurze zeit später am/im Boot und das war doch schon mal einer! 72 cm, der größte, der in dieser Woche überhaupt gefangen wurde...Naja, in unzähligen Schneiderschlepp- und Wurfstunden am Schliersee habe ich mir den verdient!


    An einer Sandbank gingen noch ein paar Barsche, für den Schliersee kapital, für den Ebro Jugendstube. Direkt vor der Slipstelle konnte ich dann noch einen Babyzander und zwei Barsche fangen-für mich ein erfolgreicher Tag. Das andere Boot hatte einen kleinen Zander und Alex zwei etwas größere (wenn ich mich richtig erinnere).


    Meine ersten Zander wurden gebührend gefeiert, am nächsten Morgen ging es dann mit dem großen Boot auf eigene Faust los. Ich habe ja letztes Jahr erst den Führerschein gemacht und bisserl respekt vor so viel PS gehabt, aber das Handling vom Boot ging problemlos. Es macht schon eine Mordsgaudi, wenn man mit 45 Sachen über den leeren spiegelglatten See rauscht.


    Wir steuerten die Stellen vom Vortag an, hatten die obligatorischen Hänger und auch einige Bisse-aber keiner war zu verwerten. Nur ganz kurzes Hinlagen, und der Fisch war weg. An einen Angstdrilling war bei der Bodenbeschaffenheit nicht zu denken, also verschiedene Geschwindigkeiten probiert-nix. Auf dem Echolot waren die Fische da, aber sie wollten nicht. Irgendwann ging dann noch ein Barsch daher, ich war Schneider. Als Captain fischt man halt auch nur ¾ der Zeit, der Rest geht mit Hänger-rangieren drauf. Dafür hatte ich die Gaudi
    beim fahren, no problem! In Harrys Lieblingsbucht warf ich entlang der 6-Meter-Kante und hatte ca. 50 Meter entfernt einen Biß. Der Fisch zog ziemlich kräftig am Grund entlang-entweder ein richtig dicker Barsch oder ein guter Zander. Plötzlich ein kurzer Stop-Hänger. Hat das Mistviech sich in irgendeinen Baum eingehängt! GGRRRRRHHHHH. Dann sprang auch der Motor nicht mehr an, kein Handyempfang in der Bucht, Christoph erklomm den nächsten Hügel und erwischte Alex:“Habt ihr den Schalter auf neutral?“ „Ehhm, jetzt wo Du´sagst, nicht so richtig....“ Anfängerfehler, ich versuche es mir zu merken.


    Wir steuerten dann noch den Bereich an, wo die Anderen am Vortag waren bzw. versuchten die Buchten zu finden-keine Chance, die beiden Orientierungsmonster hatten keine Chance, sich zu erinnern. Abends kamen wir wieder mit den anderen Campbesuchern zum gemeinsamen, immer sehr leckeren Abendessen zusammen, lernten zwei Karpfenangler kennen (ich fand das Karpfenangeln schon immer etwas putzig, aber als der eine Hilfe beim Zanderausnehmen brauchte, weil er seine Fische ja nicht ausnimmt, sondern
    busselt und zurücksetzt, und deshalb nicht wusste, wie das geht, mußte ich innerlich sehr laut grinsen J )


    Da es an dem Tag schon richtig warm war und abends die Oberflächentemparatur schon bei 8 Grad lag, hatten wir Hoffnung, daß der nächste Tag Besserung bringen würde. Wieder die altbekannten Stellen, bei Christoph gleich ein 42er Barsch. Lextmiamarsch, was für ein Brackl-geil.

    Leider über den tag nur einige kleine Barsche, dafür ein schönes Naturerlebnis. Wir sahen große Raubvögel kreisen und dachten erst, es seine Adler und fuhren näher. In einer Felswand saßen vier Gänsegeier, einer von Ihnen sogar deutlich markiert. Prächtige Tiere, halt ein nicht-so-schöner Kopf ohne Haare, aber da gibt´s ja sogar Menschen, die sowas haben. :lol:


    Maxi, nur sporadischer Urlaubsangler, hatte bis dato noch gar keinen Fisch gefangen, und es war ja schon unser letzter Tag-was machen? Er hatte seinen gesamten Bekanntenkreis vorher zum wochenlagen Zanderessen
    eingeladen, tja...


    Wir steuerten die andere Uferseite an und warfen da entlang der Kanten und plötzlich hing bei Maxi einer. Nach kurzem Drill hatten wir den 41er Barsch im Boot und einen sehr breit grinsenden Maxi. Schön!


    Hermann hatte leider außer zahlreichen Hängern den ganzen Tag keinen Zug auf der Schnur und irgendwann entfuhr es ihm:“Mei Wasser werd des nimmer, da fang i beim gleichen Aufwand am Schliersee mehr Zander...“
    Für ihn war die Gummifischzupferei auch komplett neu, da kann das schon demotivierend sein-Hänger und kein Fisch. Naja, that´s fishing,
    folks!
    Abends wurde dann wiederum gebührend Abschied gefeiert und morgens um 8 gings auf die Autobahn. Nach einer halben Stunde plötzlich Autobahnsperrung, Kontrolle von der Guardia Civil inklusive Alkoholtest. 0,0! Bisserl Herzklopfen hat man schon, aber da ich nur einen Wallerschlürf genommen hatte, hat gott sei Dank nix gfeit und die beamten konnten auch Englisch, das macht es etwas leichter. Der Rest ging reibungslos und etz samma wieda do.


    FAZIT: Sehr zu empfehlendes Camp mit tollem Chef, der sich aufopferungsvoll um seine Gäste kümmert, sehr familiäre Atmosphäre, gutes Essen, nette Leute-aber halt wenig Fisch. Das liegt eindeutig am zu kalten Wasser, vor einem Jahr hatte es 12 Grad. Wenn man nur drei Tage Zeit hat, ist es jedem vernünftigen Fischer klar, dass sowas vorkommen kann. Für evtl. andere Techniken wie Dropshot haben wir alle keine Erfahrung, wäre eine Variante.
    Meine ersten Erfahrungen als Käptn-geil!
    Einige nette Leute wie z.B. Alex und den Harry kennengelernt-die sehen wir irgendwann wieder, Harry kommt bald mal zum Renkenfischen zum Schliersee.


    Ich persönlich würde mir noch bisserl mehr von Land und Leuten anschaun, wenn ich alleine wäre, aber in der Kürze der Zeit lag Fischen im 100%igen Fokus, deshalb war es dann auch ok, jeden Abend im Camp zu verbringen. Aber deutsche Schlager vorm Abendessen san scho hart J


    Ich hoffe, ihr hattet bisserl Spaß
    Petri Jens

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