Elektrofischen bei Regen?

  • Hallo
    kann man bei Regen Elektrofischen? oder ist das zu gefährlich?


    Gruss Maudi2

  • :hi: Maudi2
    Normal macht Regen nichts. Wir selber haben schon oft bei Regen Elektrisch abgefischt.
    Man muß allerdings viele Dinge beachten.
    Hier eine kleine Übersicht! (Danke Helmut für die Leihgabe)
    Das Elektrofischen





    Das Elektrofischen









    Unter Elektrofischen versteht man das Fischen mit Gleichstrom ( selten
    Impulsstrom). Wechselstrom wäre tödlich für die Fische also ist dieser
    ungeeignet und auch verboten. Die Anode ( Fangelektrode meist mit
    Kescher) bildet den Pluspol, die Kathode (Kupferlitze) bildet den
    Minuspol. Zwischen diesen beiden Polen bildet sich im Wasser ein
    Gleichstromfeld, dabei wird der Effekt ausgenutzt das die Fische auf den
    Pluspol (Fangelektrode) zuschwimmen und betäubt werden und so ohne
    Probleme gekeschert werden können. Es gibt stationäre, sowie tragbare
    E-Geräte zum Fischfang. Die meisten Geräte bestehen aus einem
    Verbrennungsmotor der mit einem Drehstromgenerator verbunden ist,
    mittlerweile sind auch Batteriebetriebene Fischfanggeräte im Handel die
    den Vorteil haben das sie bedeutend leichter und absolut geräuschlos
    sind, im Gegensatz zu den Geräten mit Verbrennungsmotor. Bei richtiger
    Handhabung und Einstellung der Geräte ist der Fischfang mit Strom die
    schonendste Methode die sich bietet Fische zu fangen.


    Tragbares E-Gerät mit Verbrennungsmotor





    Anode (Fangelektrode)




    Der Eisenring ist meist mit einem Fangnetz bespannt und an einem 2 - 3
    Meter langen Kunststoffstab verbunden, an dessen Ende sich der Anschluss
    für das Stromkabel befindet.







    Die Kathode




    Als Minuspol befindet sich eine Metalllitze am Ende des Anschlusskabels.
    Auf dem Foto ist die Metalllitze aus Kupfer, sie wird hinter dem Gerät
    im Wasser nachgezogen.







    Da es sich um Starkstrom in Verbindung mit Wasser handelt, wir reden
    hier von bis zu 15000 Watt und 750 Volt Spannung, ist eine gesonderte
    Ausbildung notwendig um das Elektrofischen durchführen zu können.


    In der Regel reichen aber Geräte bis 3000 Watt Leistung und bis 600 Volt Spannung vollkommen aus.




    Auch muss natürlich beim Watfischen mit Strom Wasserdichte
    Schutzkleidung ( Wathose oder –Stiefel) und geprüfte Handschuhe mit
    Isoliereigenschaften getragen werden. Diese müssen jedes Mal vor Beginn
    des Elektrofischens unbedingt auf Dichtheit überprüft werden. Sind diese
    undicht besteht unter Umständen Lebensgefahr.


    Schutzhandschuhe zum Elektrofischen







    Auch Bedarf es einer Genehmigung der Kreisverwaltungsbehörde und des
    Eigentümers oder Pächter des Gewässers um das E-Fischen in einem
    Gewässer durchzuführen.




    Das Elektrofischen gibt uns die Möglichkeit Fische zu fangen


    - ohne sie zu verletzen (z.B. Laichfischfang)


    - unter schwierigen Umständen wie massiver Krautbewuchs, Bäume, usw.




    Die Aufgaben und Ziele der Elektrofischerei sind


    - Bestandsaufnahme (was für Fische und wie viele sind im Gewässer vorhanden)


    - Bestandsregulierung (z.B. Entnahme bei sehr hoher Bestandsdichte)


    - Entnahme von Fischen ( z.B. bei Aalvorkommen in Salmonidengewässer oder Entnahme von Fischen aus Aufzuchtgewässern, usw.)






    Allgemeine Anforderungen




    1.Der Elektrofischer (muss als solcher zugelassen und ausgewiesen sein)
    ist für den Betrieb und Vorbereitung (Unterweisung der Helfer und
    Überprüfung des Gerätes und Kabel) verantwortlich.




    2.Es muss mindestens ein unterwiesener Helfer ( unterwiesen in Gefahren,
    Schutzeinrichtungen, erste Hilfe) dem Elektrofischer zur Seite stehen.




    3. Beim Betreiben des Gerätes sind unbefugte Personen zu warnen und bei
    Bedarf aus dem Gefahrenbereich (vom verantwortlichen Elektrofischer
    festgelegter Bereich um die Elektroden) zu verweisen.




    4.Das Gerät darf nur in Betrieb genommen werden wenn ein gültiges
    Prüfzeugnis (Zulassungsschein, das Gerät muss alle 3 Jahre neu geprüft
    werden), Bedienschein (Ausweis über die abgelegte und bestandene Prüfung
    als Elektrofischer), staatlicher Fischereischein und der
    Berechtigungsschein ( Erlaubnis des Kreisverwaltungsreferat) vorhanden
    sind. Außerdem muss eine Zusatzversicherung abgeschlossen sein die das
    Elektrofischen beinhaltet.




    5. Es muss sich ein Totmannschalter am Gerät oder an der Fangelektrode
    befinden. Der Totmanschalter bewerkstelligt das der Strom nur bei gedrücktem Knopf
    der Strom fließt. In Gefahrensituationen ( wie z.B. Sturz ins Wasser,
    usw.) lässt man den Knopf am Totmannschalter los, und so ist der
    Stromfluss sofort unterbrochen.




    Die Fangelektrode darf nur vom ausgebildeten Elektrofischer selbst geführt werden.




    Das Elektrofischen dient zur Pflege und Hege eines Gewässers und nicht um dieses Fischleer zu machen




    Mfg Bressen

    Auch wenn ein Mensch zwanzig Sprachen beherrscht, benutzt er doch seine Muttersprache, wenn er sich in den Finger schneidet.