Und wieder mal beim Knittel

  • Nachdem wir (mein fischerfreund Jürgen) und ich, heuer im Juni schon einmal beim Alex waren, beschlossen wir kurzentschlossen am 1. Oktober noch einmal für 12 Tage an den Lake Caspe zu reisen, um dort den grossen Zandern nachzustellen und natürlich das Apree fishing in Knittels Vorzelt zu geniessen…
    Gottseidank hatte Alex noch einen Bungalow und das grosse Motorboot frei. Etwas Schwierigkeiten gabs mit dem kurzfristigen Flug, das klappte dann aber auch und wir konnten noch 2 Sitzplätze in einer Boing 717 der Spain Air ergattern.
    München –Barcelona, Flugzeit knapp 2 stunden, kosten 280 Euro pro Person, billig, wenn man bedenkt, dass die fahrerei mittlerweile mit ca 600.- (einfache Fahrt) zu Buche schlägt.
    In Barcelona Airport erwartete uns dann schon „Hasi“, ein Guide von Knittels Angelreisen, und was noch wichtiger war, sechs eiskalte San Miguel (Spaniens Nr1 Bier), natürlich eigekühlt aus der Kühlbox von Knittels Shuttlebus.
    Es ist schon ein schönes Gefühl, man sitzt im kalten und regnerischen München, steigt in den Flieger und schwuppsdiwupps ist man binnen 2 Stunden im Paradies. 28 Grad hatte es bei unserer Ankunft in Espana und so sollte es auch die nächsten 12 Tage bleiben….
    Die fahrt in die Berge (2,5 std) verging wie immer im Flug. Hasi erzählte uns Anglerlatein, zeigte uns wie immer alle Radargeräte und sogar eine Frau, seine Freundin hatte er diesmal dabei……wooow, Hasi hat ne Freundin, sicher ist das eine Mitleidsbeziehung ))
    Nervosität stieg mit jedem Kilometer den wir dem Ebro näher kamen in mir hoch. Was wird uns der Fluss bzw der See wohl diesmal geben, welche Abenteuer werden wir erleben?
    Diese Nervosität habe ich mir in den 18 Jahren, die ich nun den Ebro bereise erhalten, 18 Jahre, jedes Jahr mindestens zweimal fliege oder fahre ich an die Ebrostauseen.
    Am Camp angekommen erwartete uns schon Alex, na fragte ich, was gibt’s zu essen, antwortete er „Gulasch mit Nudeln“ hmm lecker, dann sind wir noch schnell runter zum Wasser, den Wasserstand gecheckt, aha 7m unter Normal, also optimale Bedingungen…


    Am nächsten Tag dann früh um 7.00 Uhr wecken, kurz ein kleines Spanisches Frühstück (Kaffee u. Aspirin) und dann raus aufs Wasser. Erkunden und ein wenig schleppen war für den ersten Tag angesagt. Das Wasser glasklar, gute 5m Sicht, wooow und die Temperatur, schwankend so um die 24 Grad. Wetter natürlich typisch Spanisch, am Morgen so 23 Grad, dann gingst stetig nach oben und um ca 15.00 Uhr wars dann schon 32 Grad warm.
    Nach dem Erkunden einiger Buchten wars dann soweit, an einer Kante liessen wir die Rapala deep runner ins Wasser, ca 30 m Schnur raus, Bügel schliessen und der deep Runner verschwand in den türkisblauen Tiefen. Ruuuuuuuuumms machte es schon nach 10m fahrt und ein schöner Zander mit 62cm bzw 5 pfd landete im Kescher. Man waren die Zander wohlgenährt. Während man im Frühjahr oft meint, man drillt eine Plastiktüte ans Boot, haben die Fische im Herbst wirklich Kraft. Ein 60 cm Ebro Zander zieht dir doch tatsächlich Schnur von der mit 014 befüllten Twin Power Rolle. Als Ruten verwende ich übrigens 30 Gramm Ruten von Shimano oder Jenzi….
    Wir schleppten an diesem Tage dann noch so einige Kanten ab. Oft war der Rapala noch nicht auf seiner Tiefe und es rumste schon wieder, gut 30 Stachelritter konnten wir an diesem Tage landen, sehr viele kleine, teils nicht grösser als 20 cm waren dabei, aber auch einige wirklich gute Fische bis 8 Pfund.
    Achja, ein 90 cm grosser Wels verirrte sich noch an die Rapalas, an leichten Zandergeschirr natürlich eine Mordsgaudi aber nach 10 min Drill konnte auch er wieder releast werden.

    Am Abend natürlich wieder gemütliches beisammensitzen bei Alex im Vorzelt, diesmal gabs Wiener Schnitzel und natürlich etliche San Miguel 


    Der nächste Tag gehörte dann dem Ansitzangeln. Getreu dem Motto, „Spanische Zander lassen die Fetzen fliegen“, suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen an Land, wo wir unser Glück mit halben oder ganzen Lauben versuchten. Auch hier waren wir erfolgreich, unser Plätzchen war ein Felsvorsprung, wo eine Steilwand auf ca 12 -14m abfiel. Schön die Laube an der Kante plaziert, liess der Biss nicht lange auf sich warten, wir fingen auch am 2. Tag so an die 30 Stachelritter. Leider auch diesmal viele kleine, aber auch 10 grosse, die wir an Ort und stelle filetierten und in unsere Fischbox wandern liessen. Die Fischabfälle wanderten zurück in den Ebro, was noch für eine Überraschung sorgen sollte…..
    Tag drei und vier verliefen wie die vorigen, wir schleppte, setzten uns an unseren Felsvorsprung an Land, angelten, machten Brotzeit, tranken Kaffee aus der Thermoskanne, wir sonnten uns und genossen natürlich , wie es sich für einen Urlaub ohne Frauen gehört ein paar Dose San Miguel.
    Rico der Schweizer und Guide beim Alex

    Am 6. Tag fuhren wir schon frühmorgens unseren Felsvorsprung an. Wir bauten unser Gerödel auf und Jürgen erkundete wie immer mit den Augen das Wasser vor uns.
    Schau mal sagte er plötzlich mit aufgeregter Stimme zu mir, schau mal was da im Wasser ist…. und was sah ich im glasklaren Wasser in ca 3m tiefe? Einen Wels, keinen riesen aber immerhin gut 1,40m lang. Wir sahen dem Waller(chen) eine zeitlang zu, bis er wieder ins tiefere Wasser abtauchte.
    Anschliessend montierten wir unser teakle, beköderten es mit frischen Lauben und warfen aus. Biss…….drill……..stopp, was war das? Ein wels griff sich unseren im Drill tobenden Zander, 10 -15 Meter Schnur zog er mit dem Zander im Maul von meiner Technium, befüllt mit 20mm Fireline. Der Zander hatte übrigens ganze 64 cm und geschätze 6 Pfund, als wir ihn an Land hatten , war er platt wie eine Flunder. Plötzlich ein Biss an Jürgens Rute, Anhieb……….Drill…….und wieder Stopp, wieder ein Wels, das selbe spiel wie vorher…..
    Plötzlich waren vor uns im Wasser überall Blasen zu sehen, kein Zweifel, sie stammten von welsen…
    Nun hatte uns das gepackt, was mich schon seit 10 Jahren eher nicht mehr interessierte, das Wallerfieber. Schnell fuhren wir zurück ins Camp und holten unsere Wallerausrüstung, die wir immer wieder doch mit nach Spanien schleppten.
    Was nun 3 tage lang folgte hatte ich bis dahin noch nicht gehört, geschweige denn erlebt.
    Wir beköderten unsere Welsrute mit dem Gerippe eines Zanders. Tagelang hatte wir an dieser Stelle Zander filetiert und die Abfälle in den See geworfen. Jürgen meinte, so müsste das klappen, zwei drillinge dran, und als Köder tatsächlich nur der Kopf, der Schwanz und die Gräten eines teils 70 cm langen Zanders.
    Ich lachte, als er so vor mir stand, mit seinem neuen Wunderköder, echt, Jürgen der Angler sah unglaublich lächerlich aus mit seinem „neuen Köder“
    Er plazierte den „Köder“ nun in etwa 5 m Entfernung an der Steilkante. Der Köder war noch nicht auf Grund und die Pose hüpfte schon. Ich sah meinen Fischerfreund ganz aufgeregt an, ohne Zweifel, das war ein Biss. Jürgen schlug an, ich holte das Boot und wir drillten vom Boot aus den ersten Wels.1,78m war er, ich konnte es nicht fassen, Ein echter Wels, dick und fett, und als Köder Zandergerippe.
    Wir entliessen ihn in die die Freiheit, fuhren wieder zum Platz, Jürgen filetierte den nächsten Zander, zauberte das Überbleibsel an den Haken und schwupps verschwand das ganze mit einem lauten Platsch wieder im Ebro. Diesmal liess der Biss lange auf sich warten, ja lange, keine 2 Minuten, Anhieb, rein ins Boot, Drill und nach 20 Minuten der nächste Wels mit 1,82m.
    Pellets waren gestern, heute heisst der Wunderköder „Zandergerippe“
    Ich muss jetzt den Bericht etwas abkürzen…..also wir fingen an diesem Tag noch ca 8 Welse, weitere 5 gingen im Drill verloren, und ca 10 Bisse versemmelten wir. Versemmelt jedoch nur deshalb, weil wir bereits kurz nach dem Biss anschlugen, was den Vorteil hatte, dass die meisten Fische nur ganz vorne gehakt wurden.

    In den weiteren drei tagen fingen wir auch noch so ca 10 Welse am Tag, wir hätten noch mehr haken können, aber uns schmerzten die Arme und wir waren ja schliesslich im Urlaub.
    Der grösste übrigens brachte 2,11m aufs Massband.
    Am vierten Tag war der Spuk vorbei, kein Biss auf Wels mehr. Sowas hatte ich in meinem langen Anglerleben noch nie erlebt und werde es wahrscheinlich auch nicht mehr erleben..
    Zusammengefasst war es natürlich ein Traumurlaub, super Wetter, super Fische und lauige Temperaturen noch am Abend. Wir konnten bis 1.00 Uhr nachts am 10 Oktober noch in kurzer Hose draussen sitzen.
    Das Camp von Alex wird übrigens laufend ausgebaut, im Vorzelt ist jetzt schon Platz für bis zu 20 Personen, die Küche wie immer hervorragend und die Preise moderat. Für ein Bier z.B bezahlt man immer noch nicht mehr als 1,50 Euro, der Kaffee soviel ich mich erinnere 1.00 Euro. Die Jahreskarte am Ebro kostet knapp 10 (in worten zehn) Teuronen.
    Wir nahmen die grossen gefangenen Zander filetiert mit nach Hause, die Spainair berechnet für die 20 Kg Zanderfilets ganze 30 Euro. Wir packen die Filets immer in eine grosse Styroporbox mit Eisakkus, die Fische sind nach 10 Stunden immer noch steinhart gefroren. (max 18 std)
    Also alles in allem das von Alexander Knittel geführte Angelcamp voll und ganz empfehlen, nebenbei hat er seinen Platz auch am schönsten Platz der Ebro Stauseen . http://www.ak-ebro-anelreisen.de
    PS: Ich hab leider nicht so viele Fotos gemacht, dafür hab ich ein paar Drills gefilmt, sollte es eine Möglichkeit geben, Filme hier einzustellen, gebt mir bitte Bescheid.


    L.G
    Nug

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  • Hey Nug, oide fischhaut ;)


    Petri zu Euren Fängen und großes Lob für den Super Bericht :thumbup:
    Da bekommt man richig Lust und jaaaaaaaaaa, ich bin neidisch ohne Ende :30:


    Ich sehs schon, sollte doch auch mal wieder nach Espana, evt. geht es sich nächstes Jahr aus!?


    Gruß
    Joke

  • Servus Nugmen,



    Herzlichen Glückwunsch zu euren Fängen. Is ja gut gelaufen. Schöne Fische und toller Bericht.



    Ich war dieses Jahr auch schon unten beim Alex... is richtig schön da unten. Super Leute und immer viel Gaudi mit denen :) und schöne Fische fängt man auch (fast) immer.


    Ich will nächstes Jahr auch wieder runter, aber dann fliegen und nicht 20 Stunden Auto fahren :)



    Viell. sieht man sich ja mal im Camp, am Wasser oder beim Apre Fischen ;)



    lg Dane

    Fishing is Life - The Rest just Details

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