Altes DDR-Ruderboot restaurieren

  • Hallo Forum,


    ich stehe vor einer großen Aufgabe: Mein altes Boot soll wieder neu gemacht werden... Es handelt sich um ein Boot aus der ehemaligen DDR: Ein Wanderboot Toruist. Der Kahn ist unten weiß lackiert und oben rot. Das Rot soll nun weichen und einem saftigen grün oder kräftigen Blau Platz machen.


    Da ich ja gelernter Jurist bin und nicht Maler und Lackierer, habe ich von sowas natürlich wenig Ahnung. Aber so, wie ich das Forum kenne gibts hier sicher wen, der sowas schonmal gemacht hat.


    Ich habe nun folgende Fragen:


    Welchen Lack nimmt man für sowas her? Problematisch ist nämlich, dass ich nicht weiß, womit das Böötle vorher lackiert war.


    Weiter stehe ich vor der Frage, ob ich ein Antifouling streichen muss. Das Boot wird sicher nicht im Wasser gelagert, sondern nur zum Fischen ins Wasser gelassen. Restzeit fristet es auf einem Trailer sein Dasein.


    Könnte ihr mir evtl. Tipps geben, welcher Lack gut geeignet ist und sich auch schön verarbeiten lässt mit einer Lackrolle und nem Pinsel? Fürs Lackieren mit der Pistole fehlt mir leider das Equipment.


    Vom Arbeitsablauf stell ich mir folgendes vor:


    1. Lack vom Boot anschleifen mit Nassschleifpapier ca. 240er bis 400er Körnung


    2. Dann alles reinigen mit Verdünnung und wieder schön abwaschen.


    3. Falls vorhanden, würde ich größere Kratzer oder Macken mit Spachtelmasse ausgleichen. Die Spachtelmasse wäre in etwa sowas, wie die Combispachtel von epifanes. Die ist auf Alkydharzbasis.


    4. Das Ganze soll dann grundiert werden, beispielsweise mit Epifanes Multi Marine Primer.


    5. Der Endanstrich soll dann mit Epifanes Bootslack erfolgen. Das ist ein Lack auf Alkydbasis.


    6. Ggf. würde ich dann den Lack nochmal mit einem Alkyd-Klarlack versiegeln. Ich weiß aber nicht, ob es das tatsächlich braucht.


    So, da ich wie gesagt, total unbellesen in diesen Sachen bin, bin ich mal gespannt, was ihr mir zu dem Thema zu sagen habt. Ist mein Vorhaben total zum Scheitern verurteilt, oder könnte das was werden?


    Besten Dank schonmal an die Profi-Bootsfraktion!

    „Denn wenn ich so alleine im Zwielicht des Canyons stehe, scheint alle
    Existenz in ein Wesen mit meiner Seele in meinen Erinnerungen zu
    verschmelzen, mit den Klängen des Blackfoot-Flusses und einem
    Viertakt-Rhythmus und ich hoffe, dass die Forelle steigt. [...] Ich kann mich dem Wasser nicht entziehen“


    -Zitat aus "Aus der Mitte entspringt ein Fluss"-

  • Vielleicht sollte ich ergänzen: Ich bin auf meiner Recherche gerade auf das Datenblatt meines "Touristen" gestoßen:


    Die Original-Lackierung besteht auf einem Gelcoat außen und einer Polyesterfare innen.


    Ist der 1-K-Alydlack dann überhaupt geeignet?

    „Denn wenn ich so alleine im Zwielicht des Canyons stehe, scheint alle
    Existenz in ein Wesen mit meiner Seele in meinen Erinnerungen zu
    verschmelzen, mit den Klängen des Blackfoot-Flusses und einem
    Viertakt-Rhythmus und ich hoffe, dass die Forelle steigt. [...] Ich kann mich dem Wasser nicht entziehen“


    -Zitat aus "Aus der Mitte entspringt ein Fluss"-

  • Alkydharzlacke sind sehr gut für Boote geeignet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit und einen sehr guten Verlauf aus. Allerdings ist beim Lackieren aufgrund der langen Trockenzeiten Staubfreiheit wichtig! Ich persönlich bin allerdings ein Fan von den Produkten von "International".


    Ich würde wie folgt vorgehen:


    - anschleifen (Maschine) mit 120er Körnung), Nachschliff mit 240er


    - ggf. spachteln mit 1K Bootsspachtel oder (wenn die Macken nur sehr flach sind, also im Gelcoat) mit Gelcoat Spachtel.


    .- schleifen, entstauben (Staubbindetücher- s.g. Honigtücher), ggf. mit Verdünnung nachwaschen


    - Voranstrich mit 1K Vorlack (Bootslack- Marke nach Geschmack)


    - Lackierung (min. 2x mit Bootslack im Kreuzgang- Marke nach Geschmack)


    Eine nachträgliche Versiegelung mit nochmaligem Klarlack würde ich mir sparen, da Klarlack (auch mit UV Filter) vergilbt. Und das auch noch unterschiedlich, je nach Sonneneinstrahlung und Schichtdicke.


    Übrigens lackieren sich Kurzfloorrollen (die gibt es auch mit beidseits abgerundeten Enden!) sehr gut!


    Wenn Du das Boot nicht im Wasser liegen lässt, dann brauchst Du auch keinen Bewuchsschutz...


    Viel Erfolg! :thumbsup:

    Ostseeoporose und Bachflohkrebs sind fast geheilt.
    Gegen Coregonitis kann man anscheinend nichts machen...
    :crazy:

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