Stark fortgeschrittener Hechtbandwurm-Befall

    Stark fortgeschrittener Hechtbandwurm-Befall

    Servus miteinander,
    heute beim Renkenfischen konnte ich diese sehr stark mit Hechtbandwurm befallene Renke fangen. Aus Hegegründen hab ich sie mitgenomen und mal für die Interessierten hier im Forum zerlegt. Mir ist seit ca. 3 Jahren aufgefallen das fast jede 2te Renke, vor allem die Schwebrenken des Tegernsees mit dem Parasiten befallen sind. Desweiteren haben fast alle von mir gefangenen Hechte eine weit fortgeschrittene Entzündung der Magenwände, was mir nun immer öfter zu denken gibt. Meine Theorie ist, dass durch den starken Befall vom Hechtbandwurm im Tegernsee den Hechten sehr viel Energie entzogen wird die sie zum Abwachsen benötigen um stattliche Grössen zu erreichen. Es werde natürlich schon jedes Jahr einige 1m+ Hechte gefangen, nur geht diese Tendenz laut Beobachtungen auch anderer Fischer immer mehr zurück.
    Hier nun ein paar Fotos der befallenen Renke:
    Files
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    Top Bilder Marcus :thumbup:
    Deine Vermutung zu den Hechten ist sehr einleuchtend.....
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    Das sieht ja nicht gut aus.
    Aber ich muss sagen das ich diese Beobachtung eigentlich nicht gemacht habe. Zumindest nicht so extrem wie es auf den Fotos zu sehen ist. Ich hab zwar dieses Jahr auch glaube zwei Stück gehabt die mit dem Hechtbandwurm befallen waren aber es war eigentlich nur ein 2-3 mm großes Stück.
    Hoffen wir das das Problem wieder zurück geht.
    Und eine wirksame Methode den Bandwurm zu bekämpfen ist den Ausgangswirt, sprich den Hecht, rigeros zu entnehmen.
    Gut da kann ich nicht viel mithelfen aber die anderen Fischer.

    MFG
    uwe123
    Ich tu das was ich für richtig finde sonst würd ich es nicht tun
    Es ist so, das man beim `normalen`ausnehmen des Fisches den Bandwurm meistens nicht entdeckt. Ich habe die Filets dann immer mit einer Lampe durchleuchtet und man kann so sehr gut kleine, teilweise nur Millimeter grosse dunkele Flecken erkennen. Es gibt sogar Fischer die behaupten jede Renke des Tegernsees sei befallen und nun dort gar nicht mehr auf diese Fischart angeln. Ich will hier niemanden das Renkenfischen vermiesen, jedoch sollte ein Jeder über die Situation informiert werden. Der Hechtbandwurm ist für den Menschen ungefährlich da er ab einer Temperatur von ca. 30°C abstirbt, ekelig ist das ganze aber schon ein bisschen.
    Petri,
    Marcus
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    Ich hatte bisher bei meinen insgesamt wenigen Besuchen am Tegernsee praktisch jedes mal mindestens eine befallene Renke dabei, oft auch mehrere. Wie Marcus auch geschrieben hat, halte ich die Renken nach dem Ausnehmen gegen das Licht, so dass man im Bereich der Bauchhöhle jede dunklere Färbung erkennen kann. Wenns nur weinge Würmer sind, schneide ich an dieser Stelle leicht ein, so dass ich den Wurm herausnehmen kann. Leider waren aber auch schon Fische dabei, die gerade auch im Rückenbereich stärker befallen waren und 'für die Tonne' waren.

    Jedenfalls verwerte ich die Tegernsee-Renken ausschließlich selbst. Bei Einladungen oder wenn ich mal eine verschenke, kommen nur Chiemsee-Renken zum Zug. Beim Einfrieren werden die Tegernsee-Renken auch deutlich gekennzeichnet. Die Fischerei am Tegernsee ist aber trotzdem schön, das sollte nicht verschwiegen werden.
    Coregonenfischen * * Bootsfischen
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    Mir ist das in den vergangenen Jahre nie aufgefallen.Auch heuer hatte ich keine befallene Renke im Fangkorb.
    Muß allerdings gestehen "durchleuchtet" hab ich sie nicht.

    Wie seht ihr das , ist das dieses Jahr besonders schlimm ?

    Petri
    Herbert
    Aber wie auf den ersten drei Bildern zu sehen ist hat die Renke ja schon direkte Buckel oben am Rücken und so etwas habe ich noch nie gesehen.
    Vielleicht kann Jens darüber was sagen ob das eine Ausnahme ist oder ob diese Bandwürmer im Endstadium wirklich so groß werden können oder ob dies eine besondere Art des Bandwurms ist.

    MFG
    uwe123
    Ich tu das was ich für richtig finde sonst würd ich es nicht tun
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    Servas beinand,

    meine Vermutung ist, das die Renke einen geschwächten Immunstatus hatte. Normalerweise schädigt ein Parasit seinen Wirt nicht derart, dass er daran zu Grunde geht, das wäre sicherlich bald der Fall gewesen. Waren denn Würmer zu sehen? Sonnst könnten es evtl. auch Abszesse sein.

    Gruß und trotzdem Petri

    Jens

    PS: Ich durchleuchte nix und filetiere auch praktisch nie. Ich habe noch keinen Bandwurm gesehen ;)
    hier gibt´s ein paar randinfos und untersuchungen aus
    den letzten jahren, demnach war die situation schon
    schlimmer:
    lgl.bayern.de/lebensmittel/hechtbandwurm.htm
    "Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein."
    - Albert Einstein -



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    shalaizulu wrote:

    Sonnst könnten es evtl. auch Abszesse sein.


    Danke Jens für die Info.
    Bin schon froh das dies Gott sei Dank nicht die Regel am Tegernsee ist.

    MFG
    uwe123
    Ich tu das was ich für richtig finde sonst würd ich es nicht tun
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    Verblüffend ist, wie das Ganze von Jahr zu Jahr schwankt. Wörthseerenken durften eine Zeit lang wegen des "starken" Befalls nicht vermarktet werden - ein Jahr später gings wieder. Ich hab heuer von ca. 30 oder 40 Renkerl eine! verwurmte dabei gehabt, ne relativ große Renke. Ich würde am Tegernsee auch darauf auchten, ob vor allem die großen Exemplare befallen sind oder eher die jungen. Auch daran kann man eine Tendenz rauslesen, denke ich...

    Solche "Beulen" wie an Marcus´ Fisch hab ich allerdings auch noch nie gesehen, das ist schon extrem... Übrigens erkenne ich die Parasiten tiefer im Fleisch nicht als dunkle Punkte, eher als durchscheinende, milchige Schatten. Entlang der Mittelgräte sehen sie eher wie Reiskörner aus...

    LG
    Harry
    Sei nicht fieß, filetier und genieß!!!

    bioharry wrote:


    Übrigens erkenne ich die Parasiten tiefer im Fleisch nicht als dunkle Punkte, eher als durchscheinende, milchige Schatten. Entlang der Mittelgräte sehen sie eher wie Reiskörner aus...

    LG
    Harry





    Servus Harry, genau so sieht es aus, hab mich da wohl etwas falsch ausgedrückt. Fakt ist das der Hechtbandwurm am Tegernsee sehr stark vertreten ist und das ganze einfach nur totgeschwiegen wird. Ich werde das ganze nun etwas mehr dokumentieren, wollt das ja schon diese Saison in Angriff nehmen aber das wurd nix.... aus reiner Bequemlichkeit, ihr kennt das ja bestimmt auch ;) Es ist schön auf Interesse an dem Thema zu stossen, denn wir wollen doch auch in Zukunft gesunde Hechte und Renken fangen.

    Petri,

    Marcus
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    Post was edited 1 time, last by “flyfisher” ().

    flyfisher wrote:


    ... Fakt ist das der Hechtbandwurm am Tegernsee sehr stark vertreten ist und das ganze einfach nur totgeschwiegen wird. ...

    Das ist leider auch mein Eindruck. Es kann ja wohl nicht sein, dass Ich bei ein paar Besuchen am Tegernsee bei (geschätzt) jeder zweiten bis dritten Renke einen Bandwurm gefunden habe, ohne dass ich den Fisch seziert hatte, während andere dort praktisch die ganze Saison fischen und das ganze Jahr dann bei keiner Hand voll Fischen etwas entdecken. Dieses Phänomen betrifft aber nicht nur den Tegernsee.

    Wegschauen hilft ja wohl auch nicht weiter?

    Insofern finde ich die Initiative von Marcus hervorragend, und sollte es nur dazu führen, dass das Bewusstsein geweckt wird, dass ein maßiger, releaster Hecht dem Gewässer mehr schadet als nützt.

    Es ist übrigens nicht aufwändig, seine Fänge nach Parasiten (Hechtbandwurm) abzusuchen: den ausgenommenen Fisch einfach so hoch halten, dass einmal der linke und einmal der rechte Bauchbereich von innen gegen das Licht betrachtet werden kann. Bei mir dauert das keine 10 Sekunden pro Fisch. Hechtbandwurmlarven sehen so aus wie eingelagerte, milchige Reiskörner oder auch länger (bis 2 cm).

    Ich werfe eine Renke nicht deshalb weg, weil ich eine Bandwurmlarve entdeckt habe. Ein Schnitt, rauspuhlen und verwerten. Ich setze allerdings auch keine Renke einem Gast vor, die aus einem solche Fang / Gewässer kommt, sondern verarbeite die ausschliesslich selbst.
    Coregonenfischen * * Bootsfischen
    Für mich sind die untersuchte Anzahl von Fischen in allen Gewässern nicht repräsentativ. Auch deshalb sind die Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren auch nicht aussagefähig. Bei den meisten Gewässergrößen müssten mindestens 4-stellige Anzahlen pro Jahrgang getestet werden. Aber sicher hat auch keiner, der die Proben nimmt, ein Interesse an einem positiven Befund. Wenn man sich zurück erinnert was für ein wirtschaftlichen Schaden seinerzeit beim Hering herauskam, wird man solche Probleme lieber unter der Decke halten.

    Petri

    Juvol
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    Servus,

    bei den fünf Tegernseer Renken vom Fish-Out am Samstag konnte ich keinen Befall feststellen, obwohl ich auch alle "gescannt" habe. Allerdings hatte ich am Schliersee dieses Jahr doch einige(meistens eher größere Fische) mit Hechtbandwurm, waren aber alle nicht so schlimm befallen, dass ich sie hätte wegschmeissen müssen. Ich handhabe das dann genau so, wie von Hubert beschrieben und schneid die Stellen raus. So eine Renke, wie auf Marcus' Bildern, ist mir allerdings noch nie untergekommen. Das ist schon ziemlich heftig und kommt hoffentlich nicht so häufig vor.

    Gruß, Caro
    Fische sind statistisch gesehen die am seltensten überfahrenen Tiere

    Post was edited 1 time, last by “Fischercaro” ().

    Ich kann nur zu dem Weg aufrufen, den unser Verein bzw. der Fischereifachberater durchgesetzt hat. Es klingt bitter und die C&R-Fraktion wird mit dem Kopf schütteln. Ohne Kurzhaltung des Endwirtes wird es keine Besserung geben. D.h. Hechte konsequent entnehmen, kein Besatz, Konkurrenz in Form von z.B. Zandern oder Seefos vor die Nase setzen usw. Langfristig hatte es zumindest an unserem (durchaus vergleichbaren) Gewässer doch deutlich positive Auswirkungen.

    Mir macht es keinen Spaß nen 40er Hechtschniepel abzuschlagen - aber ich habs gemacht, aus eben jenen oben genannten Gründen. Die zwangsläufig kommenden Anfeindungen danach muss man dann aber leider zähneknirschend wegstecken.

    Manchmal ist Hege eben nicht gleichzusetzen mit Schonen!

    Mich würde aber interessieren, ob die "Befallszahl" am Tegernsee in den letzten 3-5 Jahren deutlich gestiegen ist... ich hab da so nen Verdacht.

    LG
    Harry
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    Hab heut abend 2 von den 6 Renken vom Fish Out am Tegernsee zubereitet und bin beim Filetieren auf das selbe Ergebnis wie Caro gestossen! Keine Wurmlarven oder ähnliches! Nächste Woche wird der Rest geräuchert, werde berichten, sollte in der Bauchhöhle was zu sehen sein.

    MFG

    PC
    Die Welt hat genug für jedermann´s Bedürfnisse, nur nicht für jedermann´s Gier!!
    Zitat.:"Mahatma Gandhi"
    Hier wird ausschliesslich über den Endwirt diskutiert, wie sieht's denn mit den Zwischenwirten aus, z.B. den Kleinkrebsen Hüpferling und Co?

    Das konsequente Entnehmen der befallenen Fische ist natürlich Pflicht, aber dabei sollten parallel auch die potentiellen Zwischenwirte aus dem Verkehr gezogen bzw. dezimiert werden.
    Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der eigene Vorteil aufhört. (Haile Selassie)
    Gruß aus den Haßbergen von fischkorb.de
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    Post was edited 1 time, last by “Just” ().

    @harry: Ich würde am Tegernsee auch darauf auchten, ob vor allem die großen Exemplare befallen sind oder eher die jungen.

    Dass meine Aussage sicher nicht repräsentativ ist, ist mir klar! Aber von den 6 maßigen Renken, die ich heuer bei meinen zwei Tegernseeausflügen gefangen habe, darunter 3 Stück zwischen 36 und 40 cm, war lediglich bei einer der kleineren mit knapp 30 cm an einer Stelle ein Befall festzustellen. Da mir leider nicht bekannt war, dass es sich dabei "nur" um eine harmlose Larve des Hechtbandwurms gehandelt hat, wurde der Fisczu Hundefutter umfunktioniert. Dem Toni hats geschmeckt!

    Schöne Grüße

    Walter
    Morgen,

    habe gerade gelesen das auch der Flussbarsch eine 2te Wirtsrolle einnehmen kann. Die Larven leben parasitär in der Leber des Barsches welche das Wachstum der Fische hindern sollen. Meine gefangenen Barsche sahen zwar alle top-fit aus aber wirklich grosse habe ich nicht gefangen, bei 25cm war Schluss. Der Schnitt liegt bei 15cm. Ich habe jedoch in letzter Zeit keine Barsche mitgenommen, kann deshalb auch noch nichts genaues sagen. Nun wäre es interessant wen jemand doch regelmässig grosse Barsche am Tegernsee fängt, aber stinken tu die Sache schon ein bisschen ;)

    hier zu der Arbeit über den Befall: edoc.ub.uni-muenchen.de/4999/1/Molzen_Bettina_Ulla.pdf

    Das der Befall öfter bei den Schwebrenken auftritt ist mir auch aufgefallen, nur sind bei mir ca. 80% der gefangenen Fische Schwebrenken, wen man es auf die Saison sieht.

    Petri,

    Marcus
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    Post was edited 1 time, last by “flyfisher” ().

    Ich hatte mal mit nem Berufsfischer am Starnberger See über den Hechtbandwurm diskutiert, die Renken am Starnberger See sind ja sauber? Oder hat schon jemand dort mals was gefunden?
    Angeblich gibt es zwei Arten von Hechtbandwürmern, der eine hat die Renke, der andere die Barschleber als Zwischenwirt. Sollte der eine im See sein kommt der andere nicht. Laut seiner Aussage haben wir im Starnberger See den bei den Barschen?
    Obs stimmt?
    Weis jemand was von Renekenbefall im Bodensee?

    flyfisher wrote:

    habe gerade gelesen das auch der Flussbarsch eine 2te Wirtsrolle einnehmen kann.
    Joh, ich hab mich da gestern auch mal durch einiges durchgelesen - einfach in der Suchmaschine "Hechtbandwurm Zwischenwirt" eingeben.
    Zum Bodensee findet man bspw. hier auch was - asv-friedrichshafen.de/verein/AKTUELLES/Hechtbandwurm.pdf
    Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der eigene Vorteil aufhört. (Haile Selassie)
    Gruß aus den Haßbergen von fischkorb.de
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