Kleinwüchsigkeit von Renken

    Kleinwüchsigkeit von Renken

    Hallo Gemeinde,
    ich habe eine Erklärung der Fachberatung darüber gefunden, warum die Renken in den meisten oberbayerischen Seen, allen voran im Ammersee, immer kleiner werden. Hier der Artikel als Direktlink - sonst ist er ein wenig umständlich aufzufinden.

    Link
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    Naja, ich seh die Sache komplett anders :!:
    Und da bin ich nicht allein...........
    Für mich eine fadenscheinige Aussage.
    Am Tegernsee z.B. werden die Renken jetzt größer als früher. Am Walchensee, soweit ich weiß, wachsen sie nicht mehr so gut wie früher.
    Also genau Gegenteilige Aussage wie dort zu lesen :rolleyes:
    Renken meiden warmes Wasser, sicherlich nicht falsch, ich hab aber schon erlebt, das sich Renken in 3 Meter Wassertiefe im Hochsommer bei ca.23° Wassertemperatur den Magen mit Würmern vollgeschlagen haben.
    Warum sind sie im Hochsommer normalerweise in ca.15 Meter Wassertiefe zu finden und nicht an den tiefsten Wasserstellen :?:
    USW., USW.,............
    Da magst recht haben, Helmut. Jedenfalls spricht für deine These, dass die Renken letztes Jahr im Sommer / August am Hartsee (so wie wohl jedes Jahr) gegen Abend an der Oberfläche nach Insekten gejagt haben. Dort hatte das Wasser Badetemperatur und sicher weit jenseits der 14 Grad.

    Ein Bekannter (dieters.hegenen) fischt u.a. am Höllerer See in OÖ, der für seine kapitalen Renken bekannt ist. Auch dort hat die Größe abgenommen, aber das Mindestmaß ist dort noch immer 40 cm und wird ohne Probleme erreicht. Er führt die Größenabnahme einfach auf den stärkeren Befischungsdruck zurück, denn große Fische müssen halt auch Zeit haben, um so groß werden zu können. An der Temperatur kann das weniger liegen, denn der Höllerer See ist schon seit langem als einer der wärmsten Badeseen bekannt und nur 21 m tief, wobei sich bei dem See aber das Wasser unter 10 m nicht mehr vermischt - lt. Wikipedia.

    Die letzten Jahre hatte man ja auch dazu immer erklärt, dass die Renken am Chiemsee nicht mehr so gut abwachsen, weil durch die Ringkanalisation der See so sauber geworden wäre und das Planktonwachstum stark abgenommen hätte. Jedes Jahr eine andere Erklärung zeugt eigentlich nur davon, dass man gar nichts weiß!
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    servus
    ich hab ja im ammersee tread die versuchsfischereien schon gepostet

    jetzt nun 2009
    lfl.bayern.de/publikationen/if…cht/39038/linkurl_0_0.pdf


    Ergebnis:
    Der Ammersee war in der Vergangenheit durch seine besonders ausgeprägte Fluktuation der Renkenerträge aufgefallen. Die Ertragseinbrüche der Berufsfischer Anfang der 1990er Jahre sowie zwischen 2001 und 2005 ist nicht etwa auf eine geringe Bestandsdichte zurückzuführen, sondern ganz im Gegenteil auf einen eher zu hohen Renkenbestand. Die Folge war ein stark vermindertes Individualwachstum, so dass die Berufsfischer die Fischereiausübung aufgrund von fehlenden Vermarktungsmöglichkeiten für die zum Teil nur gut 100 g schweren Fische zeitweise ganz einstellten. Im Berichtsjahr verwendeten die Berufsfischer zu Anfang der Saison noch 32 mm-Netze. Ab der Jahresmitte kamen dann 35 mm- und später im Jahr auch 37 mm-Netze zum Einsatz. Die Alterszusammensetzung der Renken in den besagten Netzen war durch die Dominanz von 5+ und 6+ Fischen ge-prägt. Nachwachsende Jahrgänge waren aus dem vereinzelten Auftreten von 3+ Renken praktisch nicht nachweisbar. Im Vergleich zu den Vorjahren war eine deutliche Zunahme des Wachstums zu beobachten. Während die mittleren Fanggewichte im Frühjahr 180 -200 g betrugen, lagen sie in der Herbststichprobe zwischen 270 und 330 g. Die Bestands-dichte der Renken wird als sehr gering eingeschätzt, was sich in einem deutlich ver-minderten Ertrag gegenüber 2008 bemerkbar macht. Während 2008 noch ein Ertrag von 11 kg/ha erzielt werden konnte, lag er 2009 nur noch bei der Hälfte des Vorjahresergeb-nisses.
    Die sich bereits seit einigen Jahren abzeichnende Verminderung der Bestandsdichte auf-grund fehlender Rekrutierung (Jahrgangsbildung) hat zu einem deutlichen Anstieg der Individualgewichte geführt. Damit haben sich die Vermarktungsbedingungen verbessert. Interessant ist die Beobachtung, dass die in 2009 dominierenden Anteile der Altersklassen 5+ und 6+, die Fänge der Berufsfischer bereits seit drei bis vier Jahren bestimmt hatten. Es bleibt zu hoffen, dass sich der derzeitige geringe Renkenbestand möglichst bald wieder durch entsprechende Nachfolgejahrgänge erholt.


    ps: die letzten 2-3 jahre wurde der ammersee extrem auf renken befischt, weil wahrscheinlich die berufsfischer die dichte gering halten wollten, und endlich für die guten portionsfische wieder absatzmärkte fanden
    Für mich ist die Aussage der Fachberatung auch ausgemachter Schwachsinn...
    ich glaube ebenfalls, dass die Bestandsdichte viel zu hoch war. Und in anderen Gewässern hat die Ringkanalisation zu einer Verringerung des Nährstoffeintrages geführt - ergo, die Fische wachsen langsamer und schlechter ab.

    Im Wörthsee wird die Renke massivst befischt und nicht besetzt. Das hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Durschnittsgröße immer höher wurde. Mittlerweile sind Fische 45cm+ Standard und nichts außergewöhnliches mehr.

    Desweiteren kann ich überhaupt nicht bestätigen, dass die Renken warmes Wasser scheuen würden. Die sind meiner Meinung nach eben in den Gebieten unterwegs, in denen der Insektenschlupf stark ist, oder das Plankton besonders dicht.
    Sei nicht fieß, filetier und genieß!!!
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    ich glaub den kleinwuchs haben nur die schwebrenken betroffen, und das fehlen der grossen räuber im ammersee, massenhaft grosse hechte gibts ja im ammersee nicht^^
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    bioharry schrieb:

    Für mich ist die Aussage der Fachberatung auch ausgemachter Schwachsinn...
    ...
    Desweiteren kann ich überhaupt nicht bestätigen, dass die Renken warmes Wasser scheuen würden. Die sind meiner Meinung nach eben in den Gebieten unterwegs, in denen der Insektenschlupf stark ist, oder das Plankton besonders dicht.
    Ich kann mich Harrys und Helmuts Aussgagen da nur anschliessen. Wir haben am Walchensee die Renken im flachsten Wasser (Hegenenlänge) gefangen - die sind einfach dort, wo gerade das Futter präsent ist.
    Inzwischen ist es am Walchensee allerdings so, dass einfach die Fliegenmengen und vor allem -arten nicht mehr schlüpfen, diese Vielfalt ist verloren gegangen. Die Große Eintagsfliege Ephemera danica ist dort inzwischen eine Seltenheit, früher gab's von denen z.B. in der Walchenseebucht Massenschlupfe, da zogen Saiblinge und Renken in die Bucht, um sich den Bauch vollzuschlagen und es war am See keine Ferienwohnung mehr zu bekommen.

    Die Aufnahme habe ich vor ein paar Tagen an der Baunach gemacht - hier schlüpft es noch ...
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    Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der eigene Vorteil aufhört. (Haile Selassie)
    Gruß aus den Haßbergen von fischkorb.de
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