Fischen mit der Hand

    Fischen mit der Hand

    Hallo zusammen, hab mal wieder im Weinarzt von 1753 geblättert und folgendes Rezept gefunden:

    Fische mit den Händen zu fangen.

    Nimm Camppher, Bibergeil,Reiger-Schmaltz, das Hirn von einem Kalb, dies alles wohl unter einander zu einer Salben gemacht, und die Hände damit geschmiert. ;(

    Wie dann die Fische zu fangen sind, ist hier aus begreiflichen Gründen nicht erwähnt.Einer meiner Großväter ( ein begnadeter Schwarzfischer) konnte das noch aus den effeff, allerdings ohne irgendeiner "Salbe". :thumbsup:

    Gruß Siberfisch
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    RE: Fischen mit der Hand

    Silberfisch wrote:

    Wie dann die Fische zu fangen sind, ist hier aus begreiflichen Gründen nicht erwähnt.Einer meiner Großväter ( ein begnadeter Schwarzfischer) konnte das noch aus den effeff, allerdings ohne irgendeiner "Salbe". :thumbsup:

    Was meinst, wie ich zum Fischen gekommen bin? ;)
    Man beobachte in einem kleinen Wiesenbach eine Bachforelle, die beim Nähertreten unter einem unterspülten Ufer verschwindet.
    Dort drücke man einen 10-Liter-Eimer ruckartig ins Wasser und die Forelle wird in den Eimer gesaugt.
    So soll's auch gehen, aber wer hat schon immer einen 10-Liter-Eimer dabei - ich damals schon ;)
    Auch das Tasten in den Uferhöhlungen hat was gebracht - manchmal auch einen unangenehmen Zwicker :rolleyes:
    Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der eigene Vorteil aufhört. (Haile Selassie)
    Gruß aus den Haßbergen von fischkorb.de
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    Ja es gibt schon interessante Methoden.

    Wir waren letzen Sommer beim EM Spiel der deutschen Mannschaft in Klagenfurt, auf einem Bauernhof untergebracht. Dieser lag direkt an einem Bach der die Verbindung zweier kleinerer Seen war, die neben dem Wörthersee liegen. Der älteste Sohn des Hofs fischte vor allem in seiner Jugend in diesem Bach auf Waller. Allerdings meinte er, er braucht dazu keine Angel sondern fischt nur wie ein richtiger Mann, mit der Hand. Auf meine skeptischen Blicke hin zeigte er mir auch Fotos von seinen Fängen und da waren ganz stattliche Burschen dabei, die er meist zu seiner Tante ins Restaurant lieferte.
    Er erklärte mir, er watet in der Badehose durch den Bach und sucht sich verdächtige Stellen an unterspülten Ufern. Dort greift er dann mit einem kräftigen Griff hinein und versucht den Waller raus zu ziehen. Er hat einen Sack dabei, in den er dann den Fisch reinstopft. 8|

    Er erzählte mir auch von einer Anekdote, bei der er beim durchwaten auf einen Angler traf, der ihn zuerst fragte was er dort im Bach will. Er meinte er sucht nach Wassersalat :D und anschließend holte er genau aus der Uferböschung auf dem der Angler stand einen Waller raus. :D

    Ich hab ihm das Ganze lange nicht abgekauft, aber sogar seine Oma bestätigte mir das es stimmt und die Fotos von ihm hab ich auch gesehen.
    Na, dann will ich euch erzählen was ich mit meinem Opa erleben durfte. Wie gesagt Fisch gab es immer , selten gekauft und um Fischereierlaubnis habe ich mir als damals etwa Neunjährige keine Gedanken gemacht.Wie Just schon erwähnte Wald- und Wiesenbäche sind besonders lukrativ. :thumbsup: Mein drei Jahre jüngerer Bruder und ich durften Opa begleiten. Im Abstand zum Bach mußten wir uns hinsetzten und gaaanz ruhig bleiben. :( Er ist auf dem Bauch an´s Ufer gerobbt. Die Stelle war ihm anscheinend schon bekannt. Stimmt, es war eine überhhängende Graswaase unter die er seine Hände tauchte und plötzlich f l o g eine Forelle ans Ufer. 8| Er hat uns das dann so erklärt, dass man ganz langsam mit den Händen unter den Unterstand streichen muß, dann würde man den Fisch auch stehen fühlen, dann ganz langsam uns z ä r t l i c h :love: ( genauso!!) den Bauch entlangstreichen und dann .........schnell sein. Ich hab es nie geschafft, :S mein Bruder war da das größere Talent. Es hat mich und tut es noch heute fasziniert, wie man auf diese Weise fischen kann. Man muß wohl auch die Fähigkeit haben sich in die Lebensumstände des Fisches hineinzudenken ( wo, wann usw.) und es ist wohl auch eine schonende Art, denn Massenfänge kann man da bestimmt nicht machen. :D

    Dass viele von euch ihre ersten Erfahrungen auf die Art gemacht haben, dachte ich mir schon und bei Schwarzfischer, der heisst ja auch schon so.Der konnte gar nicht anders. ;)

    Übrigens d e r Opa kam aus der Umgebung Hauzenberg/Thyrnau und für ihn war fischen selbstverständlich, ohne Erlaubnis natürlich. :)Die Leute dort waren einfach arm.

    Bin mal gespannt, ob noch einige mit derartigen Geschichten aufwarten können!

    Gruß Silberfisch
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    Vielleicht sollt ma mal auf an Wobbler a Bildl von Schwarzis Finger pappn
    Des wird dann der neue Wunderköder :128:
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    Silberfisch wrote:

    Er hat uns das dann so erklärt, dass man ganz langsam mit den Händen unter den Unterstand streichen muß, dann würde man den Fisch auch stehen fühlen, dann ganz langsam uns z ä r t l i c h :love: ( genauso!!) den Bauch entlangstreichen und dann .........schnell sein.
    Die Sache mit der sanften Berührung beim Ertasten stimmt tatsächlich, der Fisch geht nicht stiften, solange er nicht bedrängt wird.
    Ich kann mir das nur so erklären, dass der Fisch leichte Berührungen durch Wasserpflanzen und Treibgut in der Strömung gewohnt ist, wird nicht als feindlich erkannt. Lediglich der ungewohnte Schatten auf dem Wasser, eine Bewegung am Ufer oder eine massive Berührung lösen den Fluchtreflex aus.
    Die Leute dort waren einfach arm.
    Wir hatten es auch nicht dicke und ich glaube, meine Grossmutter war - trotz Standpauke - froh um jede Ergänzung des Speisezettels. Das Ganze ist ca. 40 Jahre her, aber arme Leute gibt's heute auch noch und schwarzfischende Gören auch ;)
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    Gruß aus den Haßbergen von fischkorb.de
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    Kleine Ergänzung dazu... ;)
    Wer hat das nicht gemacht... mit der Hand Forellen werfen. grins
    Allerdings hab ich einmal sauber daneben gegriffen - fühlte sich auch etwas komisch an unter dem unterspülten Ufer. Egal! Packen, zugreifen und raus damit.... Aua, hat mich der Bisamratz gebissen...Ans Ufer geflogen ist er trotzdemm. Dageblieben natürlich nicht...lach
    LG
    Harry
    Sei nicht fieß, filetier und genieß!!!

    bioharry wrote:

    Aua, hat mich der Bisamratz gebissen..
    Autsch, bei den "Hauern" mit Sicherheit nicht gerade angenehm.
    Blieb mir zum Glück erspart, ich hatte lediglich "Scherenkontakte" ;)
    Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der eigene Vorteil aufhört. (Haile Selassie)
    Gruß aus den Haßbergen von fischkorb.de
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    Silberfisch wrote:

    Dass viele von euch ihre ersten Erfahrungen auf die Art gemacht haben, dachte ich mir schon und bei Schwarzfischer, der heisst ja auch schon so.Der konnte gar nicht anders. ;)

    Hab zwar bei meiner Tante auf´m Bauernhof auch im Forellenbach gefischt, aber die allermeiste Zeit in den Isarauen.
    Da gabs früher immer nach den Hochwassern so Tümpel in denen das ablaufende Wasser stehenblieb.
    Da sind wir reingesprungen und haben so lange Schlamm aufgewirbelt, bis die Fische keinen Sauerstoff mehr hatten und zur Oberfläche kommen mussten!
    Dann sich wir hin und haben die einfach ans Ufer geworfen...
    Was da für Granaten dabei waren geht auf keine Kuhhaut! So was würd ich gerne mit der Rute fangen... ;)

    Schwarzfischer wrote:

    Da sind wir reingesprungen und haben so lange Schlamm aufgewirbelt, bis die Fische keinen Sauerstoff mehr hatten und zur Oberfläche kommen mussten!
    ...unglaublich... 8| beim fußball würde man von "ugly-playing" sprechen...tsz tsz tsz, der schwarzi wieder...
    ...and we will never surrender...
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    Fischen mit der Hand. Bei uns nennt man das Grotschen...haben wir als Kinder viel gemacht...mein Bruder war da Profi!

    Waller mit der Hand Fischen hats mal auf Youtube gegeben "Noodling" soweit ich mich erinnern kann!
    www.justine-kreischer.de

    Aale mit der Hand

    habe ich viele im Abfluß des Göttinger Leinekanals gefangen; dieser ist sehr flach, klar und ausbetoniert und bietet wenige Unterstände (in Form von alten Autoreifen etc.)

    Im Winter konnte man die Versteckmöglichkeiten leicht absuchen und die vergleichsweise träge flüchtenden Aale mit etwas Glück mit beiden Händen ans Ufer "schaufeln"

    Dies wurde vom Pächter sogar ausdrücklich geduldet, weil er die vom Verein oberhalb seiner Strecke eingesetzten Aale als Laichräuber der Forellen ächtete.

    In einem Wiesengraben im Alten Land habe ich mal zwei Schleien mit der Hand erbeutet, die gerade eine flache Stelle passierten.

    Ich habe mich allerdings nie getraut, in Bächen Unterstände blind abzugreifen und wenn ich hier von Bisambissen und Krebszwickern lese, fühle ich mich nachträglich bestätigt.:-)
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