Bayerns Seen sind zu sauber für gute Renkenerträge??!?!??

    Ich kann deine Standpunkte schon auch nachvollziehen, aber ob die Starnberger Fischer im Jahr 2019 alle "gestopfte" Millionäre sind, kann und möchte ich nicht beurteilen :D.

    Man sollte sich auch bewusst sein, dass wir in Deutschland seit Jahren rückläufige Produktionszahlen in der Aquakultur haben, obwohl die Aq eig. gesteigert werden sollte. Sei es Karpfen oder Regenbogenforelle, alles rückläufig. Trotzdem wächst aber die Nachfrage nach Fisch und dieser Trend wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell abreissen. Wir importieren wie die Weltmeister aus u.A. Fernost, weil wir leider selbst gar nicht so viel produziert bekommen und exportieren damit iwie auch die mit der Produktionssteigerung verbundenen Probleme. Für den Fisch und die Shrimps die wir hier essen werden anderswo Lebensräume zerstört (z.B.Mangroven abgeholzt) und Medikamente werden dort auch nicht gerade zimperlich eingesetzt. Der Schlamm aus vielen Produktionsteichen in Asien ist als Sondermüll zu werten. Das schlechte Gewissen wird uns dann versucht mit iwelchen Labeln zu nehmen. Ob das dann soviel ökologischer ist, nur weil es nicht unmittelbar vor unseren Augen geschieht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Soll heißen, ich bin eigentlich froh über jede Tonne Renke die hier regional "produziert" werden kann, nicht mit einem Flugzeug tausende Kilometer geflogen werden muss und im Grunde genommen absolut nichts verpestet. Die komplette Wertschöpfung bleibt in der Region, da die Nachfrage ja auch tatsächlich gegeben ist. Natürlich ist das mit gewissen Begleiterscheinungen verbunden. Ich denke aber, dass man sich mit diesen als Angler durchaus arrangieren kann. Da muss ich fairerweise sagen, dass ich leidenschaftlicher Renkenfischer bin und mich da wahrscheinlich leichter tue als manch anderer. Zur Not hat man aber ja auch die Möglichkeit mit seinem Hobby an ein Gewässer auszuweichen an dem kein Berufsfischer tätig ist und so, dass man am Sta oder Chiemsee wegen der Berufsfischerei keinen Hecht und keine Seefo mehr fängt ist es ja jetzt auch nicht.
    Ein Kollege der am Sta ausschließlich auf Hecht schleppt, meint sogar, dass es in letzter Zeit besser geworden ist und er den Bestand als gut bewerten würde. Er ist Fischmeister und ich traue ihm durchaus zu das korrekt einzuschätzen.

    Fangen die Berufsfischer schlecht, liegt es am zu sauberen Wasser oder an den Anglern die so viele untermaßige Fische verangeln. Fangen die Angler schlecht, liegt es an den Berufsfischern........dieses Rad wird sich wohl ewig drehen :D

    Trotzdem glaube ich auch, dass am Sta viel falsch läuft...........das mit dem Zusammenbruch des Renkenbestandes hat fix seinen Ursprung im falschen Management. Bin gespannt, ob sich da wieder was zum Positiven entwickelt.

    In Mecklenburg sind die meisten Gewässer als eutroph zu bezeichnen. Eutrophe Gewässer haben in der Regel immer eine größere Biodiversität als oligotrophe oder mesotrophe Gewässer. Wie du sagst, hat die Mecklenburger Seenplatte eine ganz andere Dimension. Kann dadurch wahrscheinlich auch einfach mehr ab. Das mit den Renken wird an allen geeigneten Seen dort ganz genauso wie bei uns betrieben. Hab letztes Jahr sogar ihr Bruthaus besichtigt. Stückzahlen sind zwar etwas niedriger als bei uns, aber es geht in die selbe Richtung.

    Der Forellenbarsch als Flüchtling in der Seenplatte würde dich also nicht stören? Das ist schneller passiert als man denkt, ob er sich vermehrt ist wieder eine ander Frage oder besser gesagt eine Frage der Zeit.

    Kennst du den Grundlsee in Österreich und dessen Hechtbandwurmproblem? Das ist das beste Beispiel für einen See an dem der Hecht nicht ordentlich befischt wurde. Da waren neben der Renke auch die Saiblinge so stark vom Wurm betroffen, dass die Berufsfischerei von den Bundesforsten eingestellt werden musste. Ganz aus der Luft gegriffen ist das Vorgehen also definitiv nicht. Da wurde bis vor einigen Jahren (oder wird es immer noch....ich weiß es nicht) ordentlich saniert, um das wieder in Ordnung zu bringen.


    Petri!

    Moritz
    Also von einem Zusammenbruch des Renkenbestandes kann man am Starnberger sicher nicht sprechen.
    Es sind eher zu viele drin und sie wachsen den BF zu langsam.
    Letztes Jahr war aber schon eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen und über die Renkenfänge hat sich eigentlich niemand beklagt. Auch Hechte hats zur Genüge, sie stehen teilweise so dicht, dass man ohne Standortwechsel von einem Ankerplatz 4 Stück in kurzer Zeit fangen kann.
    Vielleicht sind wir halt einfach nur verwöhnt, weil wir früher die Renken wegen besserer Alternativen gar nicht mitgenommen haben :)
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    Barsch könnte schnell wieder besser werden, bei Saibling habe ich keine Hoffnung X(
    Aber am Walchensee ist bis ich aufstehe immer so viel Wind auf dem Wasser :)
    Bei dir am Tegernsee macht es sich wohl auch bemerkbar, wenn in jedem Lokal Seeforelle angeboten wird.
    Ich hätte ja gehofft, dass die großen Saiblingsbestände am Tegernsee mal in ordentliche Größe abwachsen, aber das sind wohl immer noch Einzel- und Zufallsfänge.
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    Ja, jedenfalls bei mir. Man kann schon mal einen 40+ Saibling fangen aber mir gelingt es nicht planbar und mal 5 Stück in guter Größe hab ich noch nie geschaft. Das ausbleiben der Fänge bei den Seeforellen schiebe ich aber erst mal auf meine Fähigkeiten und nicht auf den Bestand.

    Pullacher wrote:

    Das ausbleiben der Fänge bei den Seeforellen schiebe ich aber erst mal auf meine Fähigkeiten und nicht auf den Bestand.

    Dann müsste es ja bei den anderen wesentlich besser laufen und du müsstest an deiner Fangtechnik radikal etwas verändert haben :)
    Bei Saiblinge würden mir zwei planbare 36er schon reichen.
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    Man kennt ja immer nicht alle. Mein direktes Umfeld schneidert genau so ab, und dann trifft man wieder irgendeinen alten Herrn mit Hut der irgendwo eine ü60 rausgedreht hat. Oder man kommt zum Bootsplatz und erfährt dass hier oder dort gestern 2 maßige innerhalb weniger Stunden gefangen worden sind. Sonst war ich häufig das Epizentrum dieser Zufälle und andere sind verzweifelt, jetzt ist das Glück halt weiter gehüpft.