Bayerns Seen sind zu sauber für gute Renkenerträge??!?!??

    Bayerns Seen sind zu sauber für gute Renkenerträge??!?!??

    Laut der Aussage von Berufsfischern am Starnberger See, ist das schlechte abwachsen aufgrund der Sauberkeit des Sees zurückzuführen.
    Der Wörthsee, Chiemsee, Tegernsee etc.. sind von der Sauberkeit und dem Nährstoffeintrag ähnlich und trotzdem sind dort die Renkenerträge besser. 2017 konnte im Chiemsee 20kg/ha Renken gefangen werden und das oder gerade weil er so sauber ist. Eigenartig?!!!??
    Im Vergleich dazu:Ertrag am Bodensee-Obersee mit 4,1 kg/ha,Ammersee Ertrag mit 6,9 kg/ha,Ertragsrückgang für den Starnberger See auf 2,4 kg/ha,
    Auch das Gewicht liegt bei den Chiemsee Renken bei 250g, am Starnberger, Ammersee und Bodensee liegt es ca. bei 200g. Das Alter der Renken die dieses Gewicht erreichen liegt heutzutage bei ca. 4 Jahren früher waren sie bereits nach 2-3 Jahren so schwer.
    Sind die Seen so stark unterschiedlich von ihrem Nährstoffgehalt? Hängt es wirklich damit zusammen? Ein weiteres Beispiel ist der Millstätter See siehe Link. Trotzdem das dieser See genau so sauber ist wie der Starnberger See liegt der Ertrag weitaus höher.

    "Wie Gassner erläuterte ist der Phosphatgehalt dort mit sieben Milligramm/Kubikmeter ähnlich niedrig wie im Starnberger See. Aus seiner Sicht sei das Fischen die wichtigste Einflussgröße für die Bestände: Am Millstätter See hielten sich Angler und Fischer stark zurück."
    Quelle:
    sueddeutsche.de/muenchen/starn…-gehen-ins-netz-1.3251215

    Und jetzt kommt eine weitere Quelle:
    umweltbundesamt.de/themen/wasser/seen/zustand#textpart-1

    Hier die Tabelle wo man die Seen vergleichen kann.
    Sauberkeit.jpg

    quelle:umweltbundesamt.de/sites/defau…usgew-seen_2018-06-08.pdf


    Dort kann man nachlesen wie sauber unsere Gewässer sind und was mich sehr überrascht hat, dass der Chiemsee und Wörthsee wo es gute Renkenerträge gibt, nicht unterscheiden von den Seen mit niedrigen Erträgen.
    Wer die Seen kennt stellt sich die Frage was unterscheidet diese Seen voneinander? Die Art der Bewirtschaftung? Die Größe der Seen? Die Anzahl der Berufsfischer und Intensivität der Netzfischerei? Wie kann es sein, das der Starnberger See noch vor ein paar Jahren gute Erträge geliefert hat und dann urplötzlich der Einbruch kam?

    Eine Theorie: Die Bewirtschaftung. Weißfische stellen eine wichtige Biomasse dar, die im Tonnennbereich ein Gewässer düngen können und wichtige Nährstofflieferanten sind. Entnimmt man die unbeliebten Weißfische stört man das ökologische Gleichgewicht. Alle Fischarten in einem Gewässer stellen zueinander eine Wechselbeziehung her. Jede Fischart hat ihre ökologische Nische und hat eine Aufgabe in der aquatischen Lebensgemeinschaft. Dieses Zusamenspiel zwischen den Arten kann sehr sensibel sein und wenn sie der Mensch durch eine zu starke Befischung oder falsche Bewirtschaftung stört, dann kann es zu solchen Problemen führen.
    Zweite Theorie: Die zu starke und dauernde Befischung durch die Netze. Fische passen sich den Gefahren an und entwickeln Strategien zum Überleben. In einem Bericht über Dorsche konnte festgestellt werden, das kleinwüchsige Dorsche genetisch bevorzugt werden, durch die einseitige Entnahme der Größeren durch die Netze.
    Quelle:sciencev1.orf.at/science/news/112924

    Dritte Theorie: Die Tauchjäger Kormoran drücken die Fische in die Tiefe wo es sicherer ist, aber weniger Nahrung vorhanden ist. Auf dem Echolot kann man Renkenschwärme in einer Tiefe 12m-30m oftmals erkennen.

    Ich möchte nicht behaupten ich habe Recht, es sind nur meine Gedanken ohne Anspruch auf Richtigkeit.


    Zum Vergleich...
    Bodensee


    Chiemsee





    Starnberger See


    ammersee
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    Hier noch als Ergänzung:
    umweltbundesamt.de/daten/wasser/zustand-der-seen#textpart-6
    Der Chiemsee und der Starnberger See sind natürlicherweise oligotroph – also nährstoffarm. Beide Seen waren in den 1970er Jahren zwar durch die Einleitung ungeklärter Abwässer und durch eine intensive Bewirtschaftung der Felder und Wiesen überdüngt. Sie nähern sich jedoch wieder ihrem natürlichen Zustand in unterschiedlichem Tempo an. Zur Erreichung des guten ökologischen Zustandes nach EG-Wasserrahmenrichtlinie gilt für beide Seen ein typspezifischer Orientierungswert (nach Oberflächengewässerverordnung) für Gesamtphosphor von höchstens 8 Mikrogramm pro Liter (µg/l) im Jahresmittel.

    Um den Starnberger See wurde in den 1970er Jahren eine Ringkanalisation errichtet. Landwirte stellten auf extensive Grünlandnutzung um. In Folge sank der Phosphorgehalt im Wasser deutlich: Seit dem Jahr 2000 auf etwa 5 µg/l. Der Starnberger See befindet sich derzeit in einem nährstoffarmen (oligotrophen) Zustand (siehe Abb. „Entwicklung der Wasserbeschaffenheit des Starnberger Sees“).
    Auch um den Chiemsee wurde in den 1980er Jahren eine Ringkanalisation gebaut. Die Nährstoffsituation verbesserte sich relativ schnell. Der See befand sich bereits um das Jahr 1990 in einem schwach eutrophen Zustand. Zurzeit wird die Nährstofflage als mesotroph eingestuft. (siehe Abb. „Entwicklung der Wasserbeschaffenheit des Chiemsees“ und Karte „Seentypen in Deutschland - Verteilung der verschiedenen Seentypen in Bayern“).
    ertrag.jpg
    Ertrag..
    Der Chiemsee ist der einzige See wo der Renkenertragt steigt, alle anderen Seen zeigen ganz deutliche Sprünge auf. Eigenartig?!!??! Was machen die Chiemsee Berufsfischer richtig und anders? Trotz Klimaerwärmung, trotz steigen der Durchschnittstemperatur. Trotz besserer Wasserqualität. Die Kollegen vom Ammersee, Starnberger See und Bodensee sollten ihre Bewirtschaftung und Praxis der Netzfischerei vielleicht von den Kollegen am Chiemsee kopieren oder ihrer Gewässergröße anpassen.
    ertrag.jpg
    quelle lfl.bayern.de/mam/cms07/ifi/da…fi_jahresbericht-2017.pdf
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    Die Aussagen der Berufsfischer vom Starnberger See zu diesem Thema sind vielfältig und auch widersprüchlich. Eine Untersuchung vor einem Jahr hat ergeben, dass die Renken eben nicht so schlecht ab wachsen, dass eine Reduzierung des Schonmasses auf 28cm angezeigt wäre.
    Die Fangmengen pro ha sind auch nur bedingt belastbare Zahlen, da sie ja auch abhängig sind wie oft befischt wird.
    Am Starnberger See ist die Anzahl der Berufsfischer überdurchschnittlich hoch und in den vergangenen guten Jahren waren die auch plötzlich alle wieder aktiv, nachdem mehr als die Hälfte den Fischfang vorher nur als Hobby betrieben haben.
    Das hat der See natürlich nicht vertragen und es ist über die letzten Jahre kontinuierlich schlechter geworden, was aber auch die Aktivitäten der Berufsfischer wieder begrenzt.
    Ich bin jetzt seit 35 Jahren am Starnberger See aber so wenig Netze wie im vergangenen Jahr habe ich noch nie gesehen, logisch dass dann auch der Ertrag pro ha sinkt.
    Die Angler haben letztes Jahr erstmals wieder größere und schwerere Renken gefangen und ich hoffe, dass das so weiter geht und irgendwann auch mal wieder Saiblinge in nennenswertem Umfang dazu kommen.
    An die Wasserqualität als maßgebliche Größe glaube ich beim Starnberger See nicht, da der Wasseraustausch 21 Jahre beträgt und somit so große jährliche Schwankungen nicht zu erklären sind.
    Selbst zu besten Zeiten des Sees, war das Wasser nach dem Ringkanal schon einmal komplett getauscht.
    In Bezug auf das Wachstum und die Größe der Renken erscheint mir eine Theorie von der Forschungsanstalt am Bodensee am plausibelsten, die kurz zusammengefasst wie folgt lautet:
    Renken wachsen genau wie alle anderen Lebewesen unterschiedlich schnell und groß.
    Am schnellsten wachsen die besonders aktiven Fische. Wenn viele Netze gelegt werden, werden diese am schnellsten wachsenden Fische somit als erstes gefangen.
    Am Jahresende beim Laichfischen werden dann überproportional kleine, langsam wachsende Renken gefangen und stellen damit das Genmaterial für die nächsten Jahrgänge.
    Am Bodensee will man jetzt zum Laichfischen eine größere Maschenweite nehmen um diese Theorie zu bestätigen, an den meisten anderen Seen passiert jedoch genau das Gegenteil X(
    Ja sehe ich auch so...

    Ich bin jetzt seit 35 Jahren am Starnberger See aber so wenig Netze wie im vergangenen Jahr habe ich noch nie gesehen, logisch dass dann auch der Ertrag pro ha sinkt.

    Keiner macht sich die Arbeit für leere Netze.

    Am schnellsten wachsen die besonders aktiven Fische. Wenn viele Netze gelegt werden, werden diese am schnellsten wachsenden Fische somit als erstes gefangen

    Ja klar, die Kleinwüchsigen bleiben übrig und besetzen so die ökologische Nische. Ein starker Hecht/Raubfischbestand hilft dem ab, wenn man sie nur lässt. Am Starnberger See werden auch Laichnetze auf Hechte gesetzt.
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    angeln.huber wrote:

    Am Starnberger See werden auch Laichnetze auf Hechte gesetzt.

    Ja, da sind sie derzeit wieder sehr aktiv.
    Vor Jahren hat mir ein Fischer mal seinen Fang gezeigt, da waren mehr als 20 metrige Hechte im Boot X( .
    Die "scheinheilige" Begründung ist Laichgewinnung und tatsächlich werden jedes Jahr 300 000 erbrütete Hechte gesetzt(mehr als Saiblinge X( )
    In Summe hat der Starnberger See sehr viele Hechte, nur die ganz Kapitalen sind eher unterrepräsentiert.
    Auffällig ist auch, dass ich seit Jahren keine Hechtangriffe beim Renkendrill mehr hatte und auch keine Bissspuren bei gefangenen Renken.

    angeln.huber wrote:

    Was machen die Chiemsee Berufsfischer richtig und anders?


    Soweit mir es in den letzten ca. 15 Jahren bekannt ist, haben die Chiemseefischer immer größere Maschenweiten, als z.B. die Ammerseefischer benutzt. Deren stark schwankende Erträge haben meiner Ansicht die Ursache, dass mit immer geringeren Maschenweiten gefischt wurde, bis nichts mehr da war.
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    rembremmerdeng wrote:

    angeln.huber wrote:

    Was machen die Chiemsee Berufsfischer richtig und anders?


    Soweit mir es in den letzten ca. 15 Jahren bekannt ist, haben die Chiemseefischer immer größere Maschenweiten, als z.B. die Ammerseefischer benutzt. Deren stark schwankende Erträge haben meiner Ansicht die Ursache, dass mit immer geringeren Maschenweiten gefischt wurde, bis nichts mehr da war.


    Wie viele Berufsfischer sind aktiv am Chiemsee unterwegs? Der See ist ja wirklich größer, wenn sich auf die Wasserfläche weniger Berufsfischer konzentrieren, als an Ammersee, Starnberger See und die Befischung weniger aggressiv ist, noch dazu dieses unnütze Hegefischen auf Weissfische unterbleibt, dann wäre es vielleicht eine Erklärung. Man erkennt es an der Ertrags.jpg, zuerst steigen die Erträge oder bleiben ziemlich gleich, dann auf einmal starker Anstieg des Ertrags und schon nächstes Jahr Einbruch der Bestände. Ausreden sind dann immer: "Das Wasser ist zu sauber" " Schlechtes Renken Jahr" "Kormoran ist schuld", " Winter zu Warm" etc.. Niemals ist die Rede davon das 25x 500m Netze vielleicht eine negative Auswirkung haben könnten (Starnberger See aktive Berufsfischer 25) (Ammersee Berufsfischer 30). Ich möchte nicht die Berufsfischer als böse gierige Menschen darstellen. Ich finde es nur Schade, dass die Bewirtschaftung nicht zeitgemäß angepasst wird. Gute Beispiele für eine positive Bewirtschaftung sind die österreichischen und Ostdeutschen Berufsfischer.
    Mal ein kurzer Einwand. Wie viele Renken gibt es im Tegernsee/Chiemsee/Starnbergersee/Ammersee usw. allein als Biomasse? Ca. 50 Tonnen - und das ist seeeehr! weit nach unten geschätzt. (In der Bigge schätzt man etwa 60 Tonnen Biomasse an Maränen, das sind aber die kleinen) Das sind bei einem mittleren Gewicht aller Jahrgänge von angenommen 120 Gramm etwa 4 Millionen Renken, die dort pro See rumschwimmen. Stimmt die Jahrgangsstaffelung komme ich auf min. 300.000 Renken, die das Maß haben - pro See! Abgeschöpft werden davon durch Netz- und Angelfischerei doch höchstens 20.000 pro Jahr.
    Der Tegernsee ist oben in der Liste mit dabei, weil es dort tatsächlich eine Schätzung gab, die von über 10 Millionen Renken ausging.
    Der Chiemsee hat ca. 8.000 Hektar, pro Hektar kommen etwa 20 kg Ertrag raus - angeblich! Also 16 Tonnen insgesamt. Das wären bei verkaufsfähigen Fischen von 250 Gramm 64.000 Fische. Die möchte ich mal sehen...
    Sei nicht fieß, filetier und genieß!!!
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    Harry wie kommst du denn auf diese Zahlen.
    Der Starnberger See hat eine Fischbiomasse von 220 Tonnen, von denen mehr als die Hälfte Renken sind.
    Ein guter Fang eines einzelnen Berufsfischers kann im Herbst schon eine 4-stellige Renkenzahl bringen, da sind 200 Fische pro Netz keine Seltenheit.
    Die Fischer am Chiemsee werden allein schon wegen der Steuer sicher nicht mehr Fische angeben, als sie tatsächlich gefangen haben, normal ist eher das Gegenteil :) .
    Und Renken vom Chiemsee werden sogar in den Fischläden der Starnberger Berufsfischer verkauft, weil die den ständig steigenden Bedarf in den Sommermonaten nicht mehr decken können.
    Das Ergebnis von Probebefischungen 2017 im Herbst hat am Starnberger See übrigens gezeigt, dass 95 Prozent der fangfähigen Renken eines Jahrgangs gefangen wurden.
    6-jährige Renken wurden dort in der Statistik gar nicht mehr aufgeführt X(
    Der Chiemsee hat ca. 8.000 Hektar, pro Hektar kommen etwa 20 kg Ertrag raus - angeblich! Also 16 Tonnen insgesamt. Das wären bei verkaufsfähigen Fischen von 250 Gramm 64.000 Fische. Die möchte ich mal sehen...​
    'bioharry','


    Entschuldige 8000x 20 kg=160.000:1000=160 Tonnen. 80km Fläche, 8000 ha
    Bei 3Kg : Starnberger See 56 qkm= 5600ha x 3kg= 16,8 Tonnen Fangmenge

    Tja wenn 95% gefangen werden, dann ist stimmt es doch. Zu viele Fischereirechte verteilt auf zu lange Netze, an zu vielen Tagen. Folge Bestandseinbruch, dann sollte die Befischung sensibler vorgenommen werden. Wäre auch im Interesse der Berufsfischer. Ist den so eine starke Befischung nötig um seine Existenz zu sichern? Wenn nein, könnten sie doch großzügiger sein und so wieder einen besseren Bestand aufbauen, aber raus holen was geht, bringt nur kurzfristig etwas und danach kommt das Große jammern. Angler werden natürlich immer etwas fangen können, die Frage ist, wie schwer ist das? wie viel Erfahrung braucht der normale Angler? Kann ein Anfänger mal zur Gaudi seine Renken fangen? Verteilen sich die Renken? oder sind sie nur speziell an kleinen Plätzen zu fangen? Ein See mit einem sehr guten Bestand, zeigt ganz klar wo die Unterschiede sind. Nachhaltigkeit? 95% eines Jahrganges platt zu fischen? Aber Einsicht, etwas falsch gemacht zu haben? Fehlanzeige.
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    Es ist doch wie überall im Leben, fast jeder versucht das Maximum raus zu bekommen.
    Ist ja bei den normalem Fischern genauso, nur das wir Fangbeschränkungen haben und die BF grösstenteils wohl nicht.
    Ich denk unter den Berufsfischern herrscht auch ein reger Wettbewerb bzw. Neid
    Ein Berufsfischer wurde letztes Jahr am Chiemsee für ein paar Wochen gesperrt, angeblich wegen zu kleiner Maschenweite ...
    ein Sportfischer bekommt wohl bei 6 Renken im Boot eine lebenslange Sperre...
    https://www.facebook.com/RenkenUnited?ref=ts&fref=ts
    Um nochmals beim Thema zu bleiben. Es heißt der See ist zu sauber. Neun Jahre davor, wo die Erträge gut waren, muss er anscheinend wieder schmutziger geworden sein oder nicht? Den ohne Dreck, keinen guten Ertrag. 8o Die Sauberkeit variiert anscheinend alle paar Jahre und erklärt so die guten oder schlechten Fangerträge.
    sueddeutsche.de/muenchen/starn…ber-fuer-renken-1.2140207

    Setzen wir uns in die Zeitmaschine ins Jahr 2010. 2010 muss wohl ein besonderes schmutziges Jahr gewesen sein.
    Was lesen wir da?'
    Starnberger See (5636 ha)
    Ergebnis
    Die Standardmaschenweite der Berufsfischer zum Fang von Renken beträgt 40 mm. Von April bis Juni waren daneben zwei 38 mm-Netze zugelassen. Die Alterszusammensetzung der Fische aus den beiden Maschenweiten zeigte keine wesentlichen Unterschiede. In der ersten Jahreshälfte dominierten in den Netzen der Berufsfischer vierjährige Renken. Da-neben kamen noch drei- und fünfjährige Tiere vor. Ab der zweiten Jahreshälfte wuchsen 3+ Fische vermehrt in die Maschen hinein
    und dominierten am Ende der Fangsaison mit 50 %. Im Vergleich zu den Vorjahren fiel der Anteil der 2+ Renken mit rund 5 % außer-gewöhnlich niedrig aus. Die Gründe dafür könnten entweder in einem Ausfall dieses Jahr-
    gangs oder in einem verminderten dichteabhängigen Wachstum bei einer hohen Rekrutie-rung dieses Jahrgangs zu suchen sein. Gewissheit wird erst das nächste Fangjahr bringen. Insgesamt kann für den Renkenbestand des Starnberger Sees eine ausgewogene Alterszusammensetzung festgestellt werden, die eine nachhaltige Bewirtschaftung widerspiegelt. Das Wachstum der Renken kann als befriedigend bezeichnet werden. Wie in den Vorjah-
    ren, war eine breite Streuung der Individualgewichte innerhalb derselben Altersklasse zu beobachten. Während die Berufsfischer 2009 einen Renkenertrag von insgesamt 10 kg/ha
    erwirtschafteten, dürfte er 2010 etwas höher ausfallen und bei etwa 13 kg/ha liege


    Quelle:lfl.bayern.de/mam/cms07/versch…ahresbericht_2010_ifi.pdf

    2011 quelle: lfl.bayern.de/mam/cms07/ifi/da…tituts_f__r_fischerei.pdf
    Die Standardmaschenweite der Berufsfischer zum Fang von Renken beträgt 40 mm. Die in den Berufsfischernetzen gefangenen Renken verteilten sich im Jahresgang hauptsäch-lich auf die Altersklassen 4+ und 5+. Erst ab Jahresmitte traten vermehrt dreijährige Fi-sche auf und gleichzeitig nahm der Anteil der Fünfjährigen ab. Zweijährige Renken waren nur in den versuchsweise gesetzten 36- und 38 mm-Netzen zu beobachten. Insgesamt spiegelt der Renkenbestand des Starnberger Sees eine moderate Befischungsintensität wi-der, die eine nachhaltige Bewirtschaftung gewährleistet. Das Wachstum der Renken kann als befriedigend bezeichnet werden. Wie in den Vorjahren, war eine breite Streuung der Individualgewichte innerhalb der Altersklassen zu beobachten. Während die Berufsfischer 2010 einen Renkenertrag von insgesamt 12 kg/ha erzielten, dürfte er 2011 etwas höher ausgefallen sein und bei etwa 15 kg/ha liegen.

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    So schlimm ist es ja auch nicht, wenn nicht jeder Anfänger an jeder Stelle in einer Stunde sein Fanglimit an Renken fängt. Ein wenig Einsatz ist schon gefordert, sonst muss man an den Forellenpuff gehen.
    Ich habe bis auf ganz wenige Ausnahmen immer voll gemacht und wenn ein Anfänger sich zumindest mal an den anderen Booten orientiert, dann kann der das auch.
    Auch an einem See mit gutem Bestand werden nicht an allen Stellen Renken sein.
    Letztes Jahr sind auch wieder viel mehr Ü50 Renken gefangen worden, wobei ich auf diese Größe kulinarisch gut verzichten kann und die deshalb auch zurücksetze wenn das Wasser nicht zu warm ist.
    Wenn die Fangmenge am Starnberger See tatsächlich nur 16,8 Tonnen gewesen wäre, dann wären auch nicht 95 Prozent des Jahrgangs gefangen worden, weil in der fangfähigen Größe ca. 35 Tonnen drin sind.
    Vielleicht sind auch die Ergebnisse aus 12 Probefischen nicht repräsentativ, oder der Schwund durch Raubfische und Kormoran ist größer.
    Liebe Anglergemeinde,
    es doch total unerheblich, ob wir das Fanglimit pro Tag erreichen oder auch nicht.
    Wir gehen einem Hobby nach in freier Natur und einer wunderschönen Landschaft.
    Ich für meine Person will nicht, daß mir die Fische auf einem Präsentierteller serviert
    serden und daß ist auch nicht Sinn des Sportfischens. Freuen wir uns also über jeden
    Tag den wir beim Fischen verbringen können.
    Die ganzen Beiträge mögen alle ihre Richtigkeit haben - aber klingt da nicht auch
    ein wenig Neid mit?
    Wir sollten auch daran denken, daß wir ein wenig von der Fischereigenossenschaft
    und den Berufsfischern abhängig sind. Diese können uns wie ich meine ganz schön
    huntzen. Evtl. könnte das soweit gehen, daß der Starnberger See für die Sportfischer
    ganz gesperrt wird.
    Nur als Beispiel: Am Bodensee sind auf deutscher Seite nur noch 80 Fischer zugelassen.
    Im Umkehrschluss könnten auch die Zulassungen für Sporfischer maximiert werden.

    Nix für ungut, aber das musste jetzt raus.
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    Grünschnabel wrote:

    Liebe Anglergemeinde,
    es doch total unerheblich, ob wir das Fanglimit pro Tag erreichen oder auch nicht.
    Wir gehen einem Hobby nach in freier Natur und einer wunderschönen Landschaft.
    Ich für meine Person will nicht, daß mir die Fische auf einem Präsentierteller serviert
    serden und daß ist auch nicht Sinn des Sportfischens. Freuen wir uns also über jeden
    Tag den wir beim Fischen verbringen können.
    Die ganzen Beiträge mögen alle ihre Richtigkeit haben - aber klingt da nicht auch
    ein wenig Neid mit?
    Wir sollten auch daran denken, daß wir ein wenig von der Fischereigenossenschaft
    und den Berufsfischern abhängig sind. Diese können uns wie ich meine ganz schön
    huntzen. Evtl. könnte das soweit gehen, daß der Starnberger See für die Sportfischer
    ganz gesperrt wird.
    Nur als Beispiel: Am Bodensee sind auf deutscher Seite nur noch 80 Fischer zugelassen.
    Im Umkehrschluss könnten auch die Zulassungen für Sporfischer maximiert werden.

    Nix für ungut, aber das musste jetzt raus.


    Mit Neid hat das nichts zu tun, sondern mit liebe zum Gewässer und seinen Lebewesen. Natürlich haben wir ein anglerisches Interesse, aber ich habe auch Freude daran, wenn das Gewässer "lebt" und ich viele Fischarten zahlreich beobachten kann. Was waren das für Naturschauspiele, wenn die Mairenken und Seerüßling zum laichen zur Nepomuk Brücke kamen. Wie die Aitel Schwärme beim Seebad Undosa ihre Runden zogen. Das alles ist mittlerweile Geschichte. Die großen Schwärme sind Vergangenheit. Kleine Lauben sind jetzt in großer Zahl zu finden, die bleiben ja nicht im Netz hängen. Weißfische müssen raus, sie sind Konkurrenten für die Saiblinge und Renken. Hechte müssen raus, weil die fressen die Renken und Saiblinge weg. Der Hechtbandwurm ist die große Gefahr für die Vermarktung.
    Die großen Seen werden bei uns einfach als landwirtschaftliche Fläche gesehen,die Ertrag bringen sollen. Doch sie haben einen viel höheren Stellenwert für uns, für die Menschen die in Bayern leben und auch für die Tiere.
    Jetzt frage ich dich: " Ist es Zeitgemäß und für das Gewässer tragbar, wenn 25 Fischrechte mit 500m Netzen den See bewirtschaften? Könnte man nicht sagen, ja 25 Berufsfischer sollen dir Tradition weiterführen, aber bitte mit ökologischer Bewirtschaftung?" Die den Fischen und den anderen Lebewesen noch Luft lässt zur Existenz? Wo Weißfische und Hechte, nicht als Übel angesehen werden, sondern als wichtigen Bestandteil, der Lebensgemeinschaft Starnberger See? Die Müritzfischer im Osten und die östereichischen Seen zeigen es doch. Der Tourismus ist dort eine willkommene Einkommensquelle. Die Berufsfischer dort haben erkannt, dass gute Bestände allen einen Nutzen bringen, doch von der Mentalität sind wir hier noch Meilenweit entfernt. Stelle dir vor, die Bestände sind so gut, das man nicht mehr 500m Netze braucht, sondern nur 200m Netze, das käme doch allen Berufsfischern zu gute, jetzt ist es so, derjenige der am meisten und oft raus fährt bekommt seinen Fisch. Der andere Kollege muss es dann auch machen, ein Domino Effekt. Die Bestände geben das einfach nicht mehr her, deswegen auch der Einbruch, statt sich zu überlegen wie man die Bewirtschaftung anpasst, wird lieber nach Erklärungen gesucht, die am Thema vorbei gehen und an einer wirklichen Lösung im Wege stehen. Es wird so sein, einige Berufsfischer fahren weniger raus, die Erträge steigen wieder, dann fahren wieder alle raus, peng der Bestand bricht wieder ein und das ganze geht von vorne los. Erkennt man sehr gut an der Grafik.
    Zur Abhängigkeit: Rechne doch mal nach, wie viel Euro wir in die Kassen der Berufsgenossenschaft spülen. Die Berufsfischer sind außerdem Mitglied im selben Verband, allein deswegen sollten sie auf uns Rücksicht nehmen. Ich bin
    dagegen devot seinen Kopf zu senken, aber auch nicht Hasserfüllt die Konfrontation zu suchen. Solange die Sturschädel nicht die Zeichen der Zeit erkennen und geistig absolut unbeweglich sind, wird sich da nichts ändern. Entweder kommt es von ganz oben oder die Genossenschaft erkennt selbst, dass es so nicht weitergeht.

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    @angeln.huber
    Da ist vieles richtig was du schreibst, es sind aber nicht 25 Fischereirechte am See sondern sogar 35! X(
    Und genau das ist auch das größte Problem, nicht nur die hohe Anzahl, sondern auch die unterschiedlichen Interessen innerhalb dieser Genossenschaft.
    Es gibt in der jüngeren Generation durchaus vernünftige Denkansätze, eine ökologische Bewirtschaftung wird aber dann schwierig, wenn da nicht alle an einem Strang ziehen und die Zurückhaltung des Einen nur den uneinsichtigen Anderen zugute kommt.
    Solange man das KG Seeforelle für 40 € verkaufen kann, legt man halt ufernahe Netze an der Kante entlang. Und da nimmt man keine 500m Netze, sondern 10 Netze mit 25 Meter.
    Als vor ein paar Jahren der Bestand an größeren Barschen besser wurde, haben sich alle Filetiermaschinen gekauft und nach 2 Jahren war der Spuk vorbei, weil die Investitionen sich ja lohnen mussten.
    Ich befürchte, dass es da keine Lösung geben wird und wir Angler mit diesen Bestandsschwankungen halt leben müssen. Viele Fische-viele Jäger ist ja auch ein Naturgesetz.

    juvol wrote:

    @angeln.huber
    Da ist vieles richtig was du schreibst, es sind aber nicht 25 Fischereirechte am See sondern sogar 35! X(
    Und genau das ist auch das größte Problem, nicht nur die hohe Anzahl, sondern auch die unterschiedlichen Interessen innerhalb dieser Genossenschaft.
    Es gibt in der jüngeren Generation durchaus vernünftige Denkansätze, eine ökologische Bewirtschaftung wird aber dann schwierig, wenn da nicht alle an einem Strang ziehen und die Zurückhaltung des Einen nur den uneinsichtigen Anderen zugute kommt.
    Solange man das KG Seeforelle für 40 € verkaufen kann, legt man halt ufernahe Netze an der Kante entlang. Und da nimmt man keine 500m Netze, sondern 10 Netze mit 25 Meter.
    Als vor ein paar Jahren der Bestand an größeren Barschen besser wurde, haben sich alle Filetiermaschinen gekauft und nach 2 Jahren war der Spuk vorbei, weil die Investitionen sich ja lohnen mussten.
    Ich befürchte, dass es da keine Lösung geben wird und wir Angler mit diesen Bestandsschwankungen halt leben müssen. Viele Fische-viele Jäger ist ja auch ein Naturgesetz.


    Die 25 habe ich aus der Zeitung, wenn es 35 sind mit Netzrechten, um so schlimmer. Um das zu ändern, müsste der Staat von oben etwas ändern. Die Seen und Schlösserverwaltung könnte dem ganzen Einhalt gebieten. Die verpachten die großen Gewässer bei uns, aber anscheinend ist die hohe Anzahl und die Ausübung der Netzfischerei kein Problem für die Bevölkerung und Regierung. Über die Überfischung der Meere wird sinniert, aber der Nerfling, Aitel, Brachse, wird als Beifang gerne hingenommen und nicht beachtet. Auch gibt es keine Sensibilisierung der Bevölkerung was vor ihren eigenen Füssen passiert. Selbst Angler sind oftmals sehr uninformiert und glauben das der See z.B zu sauber ist.
    Die Aufteilung der Netze, macht eine effektive Befischung an sensiblen Punkten sehr einfach und erfolgreich und der Beifang fehlt dem Gewässer. Die Uferzonen sind recht leer geworden im Vergleich zu früher, mit früher meine ich die 1990er Jahre.

    Natürlich können wir nichts machen, aber zu mindestens die Dinge klar erkennen und verinnerlichen. Jeder gibt ein Puzelteilchen von seinem Wissen dazu und irgendwann wird das Bild für alle klarer.
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    Was mir hier fehlt, ist eine Berücksichtigung der Besatzzahl von Renkenlarven und Vorgestreckten. Meiner Meinung nach einer der Erfolgsfaktoren der Fischereigenossenschaft des Chiemsees. Was ich auch nicht nachvollziehen kann ist, wie man diese Bewirtschaftungsform so kritisch sehen kann. Hier wächst der Fisch im Gegensatz zur Aquakultur zu fast 100 % natürlich heran. Kein Gramm Fischmehl. Alles natürliches Plankton und co. Etwas besseres gibt es doch kaum. Zumindest wenn man es in Relation zu anderen Produktionsmethoden von Tieren sieht. Warum sollte man diese Ressource nicht nutzen und auch gewissermaßen forcieren? Lieber Pangasius für 1,75€/Kg aus Vietnam importieren, weil wir dann bei uns keinen Nachteil haben?
    Zum Thema Müritzfischer kann ich nur sagen, dass die bei weitem industrieller angerichtet sind als die Fischereigenossenschaften in Bayern und Österreich. Die haben sogar eine eigene Verarbeitungshalle mit Dimensionen von der man hier nur träumen kann. Besetzen tun sie auch nicht schwach und seit kurzem meines Wissens Angelteiche mit Forellenbarschen für Angeltouristen. Das birgt auch ein gewisses Risiko. Ich glaube diese romantische Vorstellung der Berufsfischerei ist nur noch an einigen österreichischen Seen Realität und da sind es dann vielleicht 1/3 der Fischer die es so extensiv betreiben.
    Es kommt halt auf die Ausgewogenheit der Besatzmaßnahmen an, die am Starnberger See zum Beispiel zu 100 Prozent von den Anglern durch den Kartenkauf finanziert wird.
    Noch vor 20 Jahren war der Fischbestand zwischen den einzelnen Arten relativ ausgewogen, es waren fast so viele Saiblinge im See wie Renken und die Seeforellen hatten mit Rotaugen, Rußnasen und Lauben reichlich Futter.
    Die Renkenbrut wurde im See vorgestreckt und mit Plankton gefüttert.
    Dann wurde der Renkenbesatz zu lasten der anderen Arten massiv erhöht, weil das ja der Brotfisch ist.
    Auf 40 Millionen Renken kamen dann noch 25 - 40000 Saiblinge und 6 -10000 Seeforellen.
    Heute sind Saiblinge oder Seeforellen absolute Zufalls- und Ausnahmefänge und die zu vielen Renken wachsen langsam ab, weil sie sich gegenseitig die Nahrung streitig machen.
    Hier hat niemand etwas gegen Berufsfischer, die waren in der guten Zeit ja auch in gleicher Anzahl vorhanden, es ist nur die Frage ob die gegenwärtige Praxis ökologisch sinnvoll ist und das schlechte Wachstum der Renken dann auf die Wasserqualität abgewälzt werden kann.
    Besonders fragwürdig ist es mich auch, wenn Weißfische am Würmausgang beim laichen massiv abgefischt werden um den Fang dann an den Zoo zu Dumpingpreisen zu verkaufen.
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    Da hast du natürlich recht. Das Jammern über die Wasserqualität ist häufig Vorwand für eigene Misswirtschaft.Besatz von derartigen Mengen an Renken bringt nur dann etwas, wenn auch die entsprechende Nahrungsgrundlage da ist. Der Ausfang muss ebenfalls direkt im Verhältnis zum Nachbesatz bzw. zu dem was „nachkommt“ stehen. Am Chiemsee wird in etwa die doppelte Menge an Renken besetzt als am Sta, aber dafür halt auch der Bestand an fangfähigen Fischen über’s Jahr ordentlich ausgedünnt. Das ermöglicht dann wieder das Nachwachsen der nächsten Kohorten. Ich vermute das ist auch der Grund warum es so gut klappt. Würde weniger entnommen werden, wäre die Nahrungsgrundlage für die nächsten Generationen zu dürftig. Die Schwierigkeit besteht glaube ich für die Genossenschaften darin diese Schaukel einmal richtig in‘s Laufen zu bringen und dann auch zu halten. Letztlich profitieren am Chiemsee aber alle davon. Glaube viele Angler genießen den aktuellen Renkenbestand sehr. Ob es ökologisch sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Ich persönlich sehe die Verschiebung hin zu einer Wirtschaftsart eher als unproblematisch. Ist ja doch alles reversibel. Würde es zudem auch nicht anders machen, wäre ich Berufsfischer u müsste davon leben. Nur klappen sollte es dann halt auch......Mehr Akteure in Form von Berufsfischern wie am Sta machen das Ganze natürlich schwieriger und ich würde mich auch nicht trauen direkt vom Chiemsee auf den Sta zu schließen....ist ja alleine schon ein gewaltiger Unterschied wenn man die sich schnell erwärmenden Flachwasserbereiche am Chiemsee hernimmt u der Seesaibling spielt bei uns am Chiemsee ja eig. gar keine Rolle.Das mit der Entnahme der Weißfische beim Laichen ist natürlich ziemlich suboptimal.....da braucht man gar nicht diskutieren. Kann ich nicht verstehen.

    Moritz93 wrote:

    Da hast du natürlich recht. Das Jammern über die Wasserqualität ist häufig Vorwand für eigene Misswirtschaft.Besatz von derartigen Mengen an Renken bringt nur dann etwas, wenn auch die entsprechende Nahrungsgrundlage da ist. Der Ausfang muss ebenfalls direkt im Verhältnis zum Nachbesatz bzw. zu dem was „nachkommt“ stehen. Am Chiemsee wird in etwa die doppelte Menge an Renken besetzt als am Sta, aber dafür halt auch der Bestand an fangfähigen Fischen über’s Jahr ordentlich ausgedünnt. Das ermöglicht dann wieder das Nachwachsen der nächsten Kohorten. Ich vermute das ist auch der Grund warum es so gut klappt. Würde weniger entnommen werden, wäre die Nahrungsgrundlage für die nächsten Generationen zu dürftig. Die Schwierigkeit besteht glaube ich für die Genossenschaften darin diese Schaukel einmal richtig in‘s Laufen zu bringen und dann auch zu halten. Letztlich profitieren am Chiemsee aber alle davon. Glaube viele Angler genießen den aktuellen Renkenbestand sehr. Ob es ökologisch sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Ich persönlich sehe die Verschiebung hin zu einer Wirtschaftsart eher als unproblematisch. Ist ja doch alles reversibel. Würde es zudem auch nicht anders machen, wäre ich Berufsfischer u müsste davon leben. Nur klappen sollte es dann halt auch......Mehr Akteure in Form von Berufsfischern wie am Sta machen das Ganze natürlich schwieriger und ich würde mich auch nicht trauen direkt vom Chiemsee auf den Sta zu schließen....ist ja alleine schon ein gewaltiger Unterschied wenn man die sich schnell erwärmenden Flachwasserbereiche am Chiemsee hernimmt u der Seesaibling spielt bei uns am Chiemsee ja eig. gar keine Rolle.Das mit der Entnahme der Weißfische beim Laichen ist natürlich ziemlich suboptimal.....da braucht man gar nicht diskutieren. Kann ich nicht verstehen.


    Ja die Schaukel, eine ausgewogene Bewirtschaftung erkannt man an leichten Ertragsschwankungen, aber ein Zusammenbruch zeigt immer das etwas schief läuft. Ökologisch vertretbar bedeutet für mich, dass ein See nicht als Teichwirtschaft angesehen wird, sondern allen Fischarten gerecht wird. Im Jahre 2019 muss kein Berufsfischer um sein finanzielles Auskommen fürchten. Kein Berufsfischer hier im Münchner Umland müsste verhungern, wenn er weniger die Seen ausbluten lässt. Wir leben in keiner Notzeit, gerade die Starnberger Berufsfischer sind Millionäre und finanziell sehr "gstopft". Da Frage ich mich: " Warum könnte man gerade da nicht großzügig sein?" Früher haben sich die Berufsfischer sehr auf die Renken und Seesaiblinge konzentriert. Der Starnberger See galt als Mekka für kapitale Hechte und Seeforellen. Der Fischbestand war sehr ausgewogen und Gesund. Massenhaft Weißfische in allen Größen. Dann kam der Renken Boom. Regionale Fischarten vom Berufsfischer war das Stichwort. Der Tourismus nahm zu, die Nachfrage nach Renken wurde immer stärker. Der Gedanke:Die Renken müssen gefördert werden, unnütze Weißfische raus aus dem Wasser. Der Hecht muss auch raus, Laichnetze von 60-120mm für Hecht, Ufernetze für Weißfische, Seeforellen und große Bodenrenken, die spez. im Frühjahr nach den Maifliegen suchen und Fischbrut fressen. Diese Art der Bewirtschaftung ging einige Jahre gut und Befischung wurde immer stärker. Die Weißfische und Hechte spürbar weniger und jetzt der Bestandseinbruch der Renken als Zeichen für die Überfischung.

    Zu den Müritzfischern: Aus ganz Deutschland fahren Angler an die Müritz und bestaunen den Arten und Fischreichtum der Gewässer. Die Müritzfischer bewirtschaften eine Viehzahl von Gewässern und ihre Bestände brechen nicht zusammen ?!?!!? Warum?
    Zu den Angelteichen: Regenbogenforellen werden bei uns auch in Teichen befischt. Warum dann nicht der Forellenbarsch?
    Die Müritzfischer besitzen eine Menge an Gewässern, dass die eine Anlage brauchen um ihre Tonnen an Fisch gemeinsam zu verarbeiten ist doch klar. Bereits in der DDR gab es diese industrielle Fischverarbeitung. Solange sie nicht die Bestände schädigt und das ökologisch korrekt abläuft, warum den nicht?
    mueritzfischer.de/angeln/gewaesserverzeichnis/
    Wie Hoch die Anzahl der Berufsfischer ist kann ich nicht sagen, aber die Gewässefläche ist enorm.
    mueritzfischer.de/geschichte/
    Erstaunlich, das Brittelmaß/Küchenfenster.
    "Für Hechte auf dem Kölpinsee, der Müritz, dem Fleesensee, dem Plauer See, dem Jabelschen See und dem Tollensesee gilt ein Entnahmefenster von 60 cm (Mindestmaß) bis 90 cm (Höchstmaß zur Laichfischschonung)"
    Hier in Oberbayern sind wir noch Meilenweit davon entfernt. Der Hecht als Renkenfeind...
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