Kraller A42 auffrischen

      Kraller A42 auffrischen

      Moin Moin und Servus aus Hamburg,

      mein Name ist Hanno, ich bin 28 Jahre alt und fische zu 90% auf Hecht an unseren Seen hier im Norden.
      Im letzten Frühjahr habe ich ein A42 von einem Forumsmitglied erstanden und war seitdem fleißig am Rudern. Das Boot liegt an Land. Nach ein wenig Recherche habe ich den Eindruck bekommen, dass hier einiges an Wissen und Erfahrung vorhanden ist, was GFK Boote angeht. Ich bin leider ein kompletter Rookie auf dem Gebiet. Ich hoffe es ist ok, dass ich mich hier als Nordlicht angemeldet habe und würde mich sehr über ein wenig 'Völkerverständigung" freuen :D

      Zu meinem Vorhaben:

      Da der Kahn in der Zwischenzeit etwas 'abgewohnt' ist, möchte ich die Schonzeit nutzen und das Boot auffrischen. Soll heißen - neue Farbe innen/außen, Dellen und Kratzer beseitigen und komplett abdichten. Das alte Innenleben habe ich schon entsorgt und durch Siebdruckplatten ersetzt. Am Bug ist ein Kielschutz angebracht, welcher sich beim Slippen leider gelöst hat. Diesen würde ich komplett entfernen und die Nietlöcher dichtmachen. Ich bin mir in einigen Punkten noch etwas unsicher...

      - Gibt es sinnige Alternativen zu kostspieligen Geschichten wie "Keelguard" oder strandet ihr euer Boot auch ohne Kielschutz ohne nennenswerte Abnutzung ?

      - Da die Löcher vorne am Auftriebskörper sitzen komme ich nur von aussen ran. Idee war bis zum Gelcoat zu schleifen und dann mit 2-3 Lagen Epoxid und Glasfasermatten drüber zu laminieren. Habt ihr einen Tipp welche Stärke man hier nimmt und bekommt man das irgendwie hin ohne ein neues Atlasgebirge auf dem Bug zu bauen, was sicherlich nicht wirklich hydrodynamisch wäre ?

      - Ich hatte vor das Boot mit dem Exzenter (80er und dann 240er) zunächst abzuschleifen, abzuwischen (reicht hier ein nasser Lappen oder bedarf es noch einem Reinigungsmittel?) mit Polyester Feinspachtel die Macken zu glätten (wieder schleifen/wischen) und dann nass-in-nass 2x mit Kraller Topcoat zu streichen. Macht das Sinn oder würdet ihr mit Primer + 2 Komponentenlack arbeiten ? Es wäre toll wenn das nächste Lackieren 3-4 Jahre Zeit hätte... Ich habe verstanden, dass Topcoat sehr schnell verarbeitet werden muss und stelle mir daher die Frage ob man den gesamten Rumpf in 20 Minuten gestrichen bekommt... Für den Innenbereich würde ich wohl klassisch Grundierung + 2Komponenten Bootsfarbe nehmen.

      - In der Reling befinden sich einige Dellen und Macken. Ich würde die Reling ebenso wie den Rest des Bootes schleifen, dann mit Glasfaserspachtel "glattbügeln" und wieder schleifen.

      - Trotz Persenning ist das Boot nach 5 Tagen Dauerregen halbvoll Wasser gelaufen. Nachdem wir das Boot leergemacht hatten, lief Wasser aus dem hinteren Schwimmkörper beim Übergang zum Boden. Hier würde ich ebenso von aussen schleifen und laminieren.

      - Den Ring oben am Bug würde ich demontieren und durch einen U-Bolzen vorne am Bug ersetzen. Von oben würde ich dann die ASO Bugrolle direkt auf's GFK schrauben.

      - Last but not least : habt ihr eine Idee wo man einen vernünftigen Slipwagen bekommt, den man ohne großartige Umbauarbeiten "out of the box" benutzen kann ?

      Klingt das Vorhaben so in Ordnung, oder hättet ihr Verbesserungsvorschläge ? (Bierhalter kommt - das bekomme ich hin ;) )

      Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe und besten Gruß
      Hanno
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      Hallo,

      Habe mein Kraller vor 2 Jahren gestrichen.
      Würde die Farbe von International 2K Polyurethan Lackfarbe Perfection empfehlen.
      Die gibtd bei SVB für ca 40€ 750ml.
      Das ist ein 2 komponentenlack der recht robust ist.
      mit den Löcher kann ich leider nicht halfen
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      Man kann auch Polyesterharz gleich in der gewünschten Farbe einfärben lassen.
      Wir haben anstatt irgenwelche Lacke das eingefärbte Harz auch bei ganzen Booten für den Aussenanstrich genommen.
      Aussen nur mal angeschliffen und dann ja nach Wunsch angestrichen bzw. gerollert.
      Auch wenn ein Mensch zwanzig Sprachen beherrscht, benutzt er doch seine Muttersprache, wenn er sich in den Finger schneidet.
      Für Löcher am Segelboot laminiert man normalerweise von der Innenseite 1-2 Schichten Glasfasematte auf und füllt das Loch dann von außen mit Glasfaser-Füllspachtel.

      Von innen kommst vieleicht nicht ran bei Doppelboden, dann nimmst einfach so Glasfaserfüllspachtel von außen. Gibt es z.B beim Obi ooder Bauhaus in der Bootsabteilung.
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      Wenn du die Löcher nicht zumachen willst und zudem noch einen Schutz für den Kiel haben willst, dann kannst auch einfach eine passende Leiste aus Alu oder Edelstahl besorgen und aufnieten (lassen).

      Das sieht z.B. so aus: Link
      Coregonenfischen * * Bootsfischen
      Vielen Dank erstmal für die Antworten !

      Zeuner, womit hast du dein Kraller grundiert, bevor du den 2k Lack aufgetragen hast? Ich dachte halt daran mit Topcoat zu streichen, um eventuelle Unebenheiten durch den Anstrich mit auszugleichen...

      Sieht gut aus Hubert ! Hast du die Leiste so beim Bootsausrüster gekauft, oder im Baumarkt besorgt und dann 'customized' ? Kannst Du mir sagen wie du die Leiste der Bootsform entsprechend angepasst hast, welche Nieten man am besten nimmt und wie man die Nummer vernünftig abdichtet ?

      (Sorry für die naiven Fragen, aber ich gehöre Leider zu der Gattung Bürostuhlakrobat...)

      Danke nochmal und viele Grüße
      Hanno
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      Ich habe die Leiste im Internet mit Google Bilder gefunden ;)

      Du kannst dir z.B. bei einem Metallbauer so eine Leiste machen lassen oder sie über einer Holzform selber biegen. Alu lässt sich da natürlich wesentlich leichter verarbeiten als Edelstahl. Je nachdem, wie der Kiel genau aussieht, könnte auch eine gerade Aluleiste mit einem Querschnitt von z.B. 3 x 15 mm reichen. Die kannst du mit etwas Geschick problemlos selber fertigen.

      Zum Befestigen kommt es drauf an, ob du von der Gegenseite Zugang hast oder nicht. Mit dichten Blindnieten (genannt Becher-Blindnieten, CAP Blindnieten) kannst du die Leiste aufnieten, wenn du nicht von hinten ran kommst. Wenn das Material des Kieles stark genug ist, ginge auch Schrauben mit Edelstahl-Blechschrauben.

      Damit es dicht wird, sollten die Löcher im Kiel genau für den Nietdurchmesser passen. Wenn es alte Löcher sind, die vielleicht etwas ausgeleiert sind, kannst du z.B. vor dem Nieten jeweils ein paar Tropfen PU-Kleber in die Löcher pressen, damit der kleine Undichtigkeiten zusätzlich verschließt. Ein Problem dabei ist, dass die guten Kleber - Klasse D4 - nur an Gewerbetreibende abgegeben werden und nicht an Privatpersonen.
      Coregonenfischen * * Bootsfischen
      Nix PU-Kleber ... Sikaflex und gut ist´s
      Sei nicht fieß, filetier und genieß!!!
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      Hallo,

      Grundierung war die International Interprotect gibts in weiß und grau
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      bioharry wrote:

      Nix PU-Kleber ... Sikaflex und gut ist´s

      :)
      Unser PU-Kleber ist von Sika

      zB:
      SikaBond T2elastischer 1-K-Polyurethan-Klebstoff

      hohe Witterungs- und Alterungsbeständigkeit

      kein Verpressen der Fügeteile nötig

      hohe Anfangshaftung

      untergrundausgleichend

      schleif- und überlackierbar

      breites Haftspektrum

      vibrationshemmend und schallabsorbierend

      Besonders geeignet für die elastische Verklebung von Beton, Holz und
      Keramik, Faserzement, Gipsplatten, Stahl, Aluminium, Hart-PVC, GFK, PUR
      und Mineralfaser.

      Z.B. für die Verklebung von Fensterbänken, Stützen von
      Sanitärtrennwänden, Treppenstufen, Tür- und Hinweisschildern sowie
      konstruktive Verklebungen im Fertigbau
      30-Pfund-Grenze geknackt, 40-Pfund-Grenze im Blick!
      Leider nur, was das Gewicht der Ködersammlung angeht :vain: