Fische mit Polbrille

    Fische mit Polbrille

    Servus Foristis,
    hier ein interessanter Link zum "Sehvermögen" unserer Fische. Die linke Seite ist für uns interessant.
    Ist zwar ein ziemliches Fachchinesisch, aber lesenswert.
    Die Quitessenz ist das, was an der LMU lange untersucht wurde (auch von mir :phat: ) (manche) Fische sind in der Lage polarisiertes Licht zu sehen, bzw. haben eine "eingebaute Polbrille"

    Um es kurz zu erklären - die Sehpigmente liegen eigentlich aufgestapelt wie ein Münzstapel in den Sehzellen. Dreht man sie aber um 90 Grad (die Münzen), hat man wie bei einer Polbrille nur noch eine Schwingungsebene des Lichtes die verarbeitet wird, da der Rest sozusagen rausgefiltert wird. Und genau das kommt bei vielen Fischen vor - bei mir war das bei Hering, Dorsch und Flunder der Fall, bei nem Spezl bei Renken und Forellen.

    Wer schon mal getaucht ist und von unten auf die Wasserpberfläche gesehen hat, weiß, was das bedeuten kann - die Hundskrüppel sehen da oben kein Streulicht oder Lichtreflexe - nein die schaun selbst bei Seegang nach oben wie durch ne Glasscheibe... und auch aus dem Wasser raus

    das mag für einige von uns vielleicht einiges erklären

    Hier der Link
    muenchner-wissenschaftstage.de…arisiertenLichts2_ger.pdf
    Die rechte Seite ist für uns interessant.

    Und hier eine der Arbeiten (ist aber schon sehr fachspezifisch) von einem Studienkollegen unserer Arbeitsgruppe damals. Die Doktorarbeit von Frank Reckel zu diesem Thema. Links oben kann man sie sich als PDF runterladen.

    edoc.ub.uni-muenchen.de/60/

    Ihr könnt gerne darüber diskutieren, welche Konsequenzen es hat, wenn Fische praktisch ne Polbrille tragen.
    LG
    Harry
    Sei nicht fieß, filetier und genieß!!!
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    Also ich sag mal - ich hab's gewusst :D
    Nicht gewusst, aber geahnt - man macht sich so seine Gedanken, auch aus der Fischperspektive.
    Warum beisst der "Krüppel" jetzt nicht - einen Tag später hat ihn ein Gastfischer gefangen.
    Ich neide dem Gastfischer den Fang nicht - im Gegentum, der löst wieder eine Karte - für mich bleibt nur die Frage stehen: Warum?

    Da gibt's irgendwas, was die Fische uns voraus haben - etwas "Berechnendes" und gleichzeitig von uns nicht Berechenbares.
    Einen satten Hecht kriege ich nur an den Haken - sofern ich den Stand kenne - wenn ich ihn bis zum Erbrechen nerve, mit dem Köder ständig seinen intimen Radius verletzte - der Biss erfolgt dann aus Revierverteidigung oder Wut, nicht aus Hunger.
    Es gibt aber Tage - nach wochen- oder monatelanger "Bissverweigerung" - da fallen die Hechte den Köder förmlich an - da kannst du reinhängen, was du willst - es beisst.
    Ich rede hier von von ca. 3 Km Fliesswasserstrecke - an solchen Tagen kann ich hingehen, wo ich will, es "schlägt ein".

    Einen 14-Pfünder habe ich monatelang "belagert" - der schoss mir u.a. direkt vor den Füssen, keinen halben Meter entfernt, auf den Blinker - Schnur zu kurz, Bremse zu stramm, kein Drill möglich, weg. Der, äh die muss mich gesehen haben.

    Der Fisch sieht den Fischer mit Sicherheit - besser, als der Fischer es vermutet - aber es gibt m.E. Faktoren, die mit dem wahrnehmenden Sehvermögen zusammenhängen und die buchstäblich die Vorsicht ausser Kraft setzen.
    Für einen Fisch muss - neben der Gefährung im eigenen Lebensraum - grundsätzlich alles ausserhalb des Wassers eine Bedrohung sein - Reiher, Kormoran, Angler.
    Wieso "scheppert" mir also ein Hecht direkt vor den Füssen oder beim Rausheben des Köders an den Haken?
    Das ist mir hier so oft passiert, dass ich nur noch mit weit offener Bremse auf Hecht blinkere.
    Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der eigene Vorteil aufhört. (Haile Selassie)
    Gruß aus den Haßbergen von fischkorb.de
    Danke für die Quellen. Bei mir gilt auch: Geahnt habe ich es, aber belegen konnte man es nicht. Kennst du auch Arbeiten über das Farbsehen von Salmoniden? Da habe ich den Verdacht, dass z.B. Renken oder Saiblinge nur Schwarz/Weiß sehen können.

    Gruß,

    Stefan
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    Pullacher schrieb:

    Da habe ich den Verdacht, dass z.B. Renken oder Saiblinge nur Schwarz/Weiß sehen können.

    Gruß,



    Da hatte ich dieses Jahr ein Schlüsselerlebnis am Walchensee! Ich hab mit nem Walchensee- Spezi gefischt und er hatte seine Walchensee- Nymphen dran, ich hab mit meiner Farbwahl sowas von abgeloost und er hat eine nach der anderen gefangen! Also glaub ich, dass zumindest Renken durchaus Farbunterschiede warnehmen können! Ich war echt am verzweifeln! ;(

    MFG

    PC


    PS.: Merci Harry!!
    Die Welt hat genug für jedermann´s Bedürfnisse, nur nicht für jedermann´s Gier!!
    Zitat.:"Mahatma Gandhi"
    Das Renken Farben sehen können, braucht ihr nicht vermuten, oder glauben - das ist so! Warum haben sie sonst neben den Stäbchen (Schwarz-Weiß-Sehen) auch Zapfen (Farbsehen) in der Retina - und zwar nicht gerade wenige? Wenn ich irgendwann mal die Zeit finde, stell ich mal Fotos aus dem Elektronenmikroskop ein.

    Man kann jetzt sagen, ab einer gewissen Tiefe gibt´s eh nicht mehr alle Farben. Stimmt! Aber Fische haben ein deutlich breiteres Frequenzspektum, das sie erkennen können, also auch UV-Licht usw. Die sehen einfach andrs als wir :wacko:
    Sei nicht fieß, filetier und genieß!!!
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    Unsere Unterwasseraufnahmen vom Chiemsee - ich war vor kurzem mal mit dem Dani und seiner GoPro unterwegs zum Testen - haben da auch erstaunliches ans Licht gebracht. Obwohl es bedeckt und dementsprechend dunkel war, hat die Camera bis etwa 20 Meter Tiefe bei eigentlich auch eher trübem Wasser noch deutlich Licht aufgenommen.

    Für das menschliche Auge mögen Farben ab gewissen Tiefen verschwinden, aber ob dies auf die Augen von Tieren auch in der jeweils gleichen Tiefe passiert, wage ich inzwischen zu bezweifeln.
    Coregonenfischen * * Bootsfischen

    bioharry schrieb:

    Man kann jetzt sagen, ab einer gewissen Tiefe gibt´s eh nicht mehr alle Farben. Stimmt! Aber Fische haben ein deutlich breiteres Frequenzspektum, das sie erkennen können, also auch UV-Licht usw. Die sehen einfach andrs als wir :wacko:

    So "sehe" ich das auch, Harry, bzw. hab's jahrelang auch so erlebt.
    Das menschlich-tauchende Auge nimmt wohl ab ca. 8 Meter Tiefe die Farben nur noch als Kontrast, quasi als "Schwarz" wahr - wieso fange ich ich aber in 30 Meter Tiefe Saiblinge oder Renken an der Hegene bevorzugt auf drei bestimmten Nymphenfarben?
    Es schlüpfen zu bestimmten Jahreszeiten ja tatsächlich bspw. auch grüne Fliegen - Grün ist aber nicht der Renner, auch beim entsprechenden Schlupf nicht - es geht dann besser, aber nicht gut.
    Die Farben, über die wir nach meiner Erfahrung sprechen, sind im "Body" Rot, Schwarz und Lila - die Kopffarbe in Kombination lasse ich mal draussen, ist m.E. n icht wichtig.
    Welche Farbreflektion hinterlassen die also in 30 Metern (oder sogar tiefer) auf dem Fischauge und viel wichtiger, was stellen sie für den Fisch in dieser Tiefe dar?!
    Wir haben eine subjektive Vorstellung von den unter Wasser "spielenden" Haken, glauben an aufsteigenden Nymphen, die der Fisch dann nimmt - ich glaube das nicht.
    Da gibt es m.E. einen anderen Zusammenhang - ich hab aber keine Ahnung, welchen.

    Genauso stellt sich das beim Schleppen am Walchensee dar. Wieso kriege ich über einer bestimmten Stelle beim "Geradeaus-drüberschleppen" keinen Biss, überkurve die Stelle im engen Radius ein paar Minuten später - und da schlägst dann gleich mehrfach ein.
    Der Schwarm war garantiert beim "Geradeausschleppen" schon da - wieso haben die da nicht gebissen?!
    Wenn ich allein im Boot war, habe ich ja nur mit einer Rute geschleppt, konnte also bei gespannter Leine extrem enge Kurven fahren - nach meiner physikalischen Vorstellung taumelt der Löffel dann kurzristig langsam nach unten - aber was macht der wirklich, wie wirkt der dann auf die Fische?
    Wieso habe ich bei schwerstem Seegang die besten Fische gefangen?
    In meiner Vorstellung reisst's den Löffel dann - je nach Wellenhöhe - bis zu einem halben Meter in die Höhe, er taumelt im Wellental kurz nach unten und dann reisst's ihn wieder - wohlgemerkt alles mit Rückenwind, das Boot hatte immer ordentlich Fahrt drauf.
    Selbst beim "Zurückschleppen" gegen den Wind - man kommt kaum vorwärts - gab's oft Bisse, die aber fast nie zu verwerten waren, weil das Boot einfach stabil gehalten werden musste. Und wenn tatsächlich mal einer hängen blieb, dann hatte ich Mühe, beim Griff zur aufgelegten Rute den zurückschwenkenden Rudern auszuweichen, glaichzeitig den Anschlag zu setzen und den Kahn auf Kurs zu halten, um nicht zu kentern - um dann festzustellen, dass es mich während des Drills in irgendwelche Bojengebiete gedriftet hatte.
    Wie präsentiert sich der Köder für den Fisch - so wie wir es uns vorstellen jedenfalls nicht.
    Bei vielen Leuten beginnt das Gewissen erst dort, wo der eigene Vorteil aufhört. (Haile Selassie)
    Gruß aus den Haßbergen von fischkorb.de